Wasser- und Schifffahrtsamt rüstet Mitarbeiter am Diemelsee besser aus

Kahn mit Kran erleichtert Arbeit

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Am Haken: Ein 250-Tonnen-Kran setzt den Kahn in unmittelbarer Nähe der Sperrmauer in den Diemelsee ein. Trotz des niedrigen Wasserstands verläuft alles reibungslos.

Diemelsee - Damit die Diemeltalsperre das ganze Jahr über gut in Schuss ist, sind die Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Hann. Münden tagein, tagaus unterwegs. Die Arbeit erleichtert ihnen seit gestern ein zusätzlicher Kahn mit Kranaufbau.

Als die Sonne am Dienstagmorgen langsam die Nebelschwaden über dem Stausee vertreibt, beginnen gleich neben der Staumauer die Vorbereitungen für das Einsetzen des Prahms, wie der Lastkahn in der Fachsprache heißt (siehe Stichwort). Obwohl das Team am Diemelsee bereits über ein derartiges Arbeitsboot verfüge, sei die Anschaffung erforderlich, betont Marko Drebes, Wasserbaumeister des WSA-Außenbezirks Edertal, und erklärt: „Dieser Prahm hat einen Lkw-Ladekran, der die Arbeit erheblich erleichtert, weil er nicht nur Material transportieren, sondern die Baustellen direkt damit bedienen kann.“

Gebrauchtfahrzeug

Die WSA-„Kolonne“ ist künftig mit dem Prahm unterwegs, um die Ufermauern instand zu setzen, das Ufer mit Steinschüttungen zu sichern oder das Gehölz zu pflegen. Zum Einsatz kommt das Arbeitsboot laut Drebes ebenfalls, wenn seine Kollegen Schifffahrtszeichen setzen oder Treibholz aus dem See fischen. Talsperrenwärter Lars Brücher ist auf jeden Fall mit an Bord, sobald es um Arbeiten an der 194 Meter langen, sieben Meter breiten und 42 Meter hohen Staumauer geht.

Alle Wünsche des Außenbezirk-Teams haben die WSA-Verantwortlichen allerdings nicht erfüllt: Als der 250-Tonnen-Kran am Dienstagmorgen nach etwa einer Stunde Aufbau richtig steht, setzt er kein neues, sondern ein gebrauchtes Wasserfahrzeug in den Diemelsee ein. Den zwölf Jahre alten, 13 Meter langen und fünf Meter breiten Prahm, der bislang an der Weser im Einsatz war, hatten Experten für Sondertransporte am Montag in Hann. Münden auf einen Tieflader verladen und in der Nacht an den Stausee gebracht. „Er ist erst einmal temporär bei uns“, berichtet Drebes, hofft aber, dass die Diemelseer in Zukunft stets auf einen Kran zurückgreifen können.

Sperrung aufgehoben

Bis der Prahm auf dem Wasser treibt, dauert es nur wenige Minuten. Nachdem der kolossale Kran wieder abgebaut ist, heben die WSA-Mitarbeiter auch die Sperrung der Staumauer am Dienstagmittag wieder auf. Damit geht am Diemelsee nun alles tagein, tagaus wieder seinen gewohnten Gang - nur eben etwas leichter.

Stichwort

Der Duden bezeichnet einen „Prahm“ als großen Lastkahn. Prahme gehören wie Leichtern und Schuten zu den Schiffen, die über keinen eigenen Antrieb verfügen, also gezogen oder geschoben werden. Im Gegensatz zu diesen haben sie aber keinen Laderaum, sondern ein Deck, auf dem die Ladung verstaut wird. Die großen, flachen Wasserfahrzeuge ermöglichen Bauarbeiten im Wasser. Dazu zählen beispielsweise Baggern sowie Einrammen und Ausziehen von Pfählen. (nv) Quelle: Wikipedia

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