Jahrbuch aus dem Korbacher Verlag Wilhelm Bing ist seit 1727 auf dem Markt

Der Waldeckische Landeskalender 2020 ist erschienen

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Der Waldeckische Landeskalender 2019 ist im Handel. Die WLZ-Mitarbeiterin Chiara Arnold Lucie Albrecht präsentiert das 192 Seiten umfassende und reich bebilderte Jahrbuch, das wieder einen Reigen amüsanter und spannender Geschichten aus der waldeckischen Vergangenheit bietet.

Korbach –  Der Waldeckische Landeskalender 2020 ist im Handel. Das 192 Seiten umfassende und reich bebilderte Jahrbuch aus dem Verlag Wilhelm Bing bietet  wieder einen Reigen amüsanter und spannender Geschichten aus der waldeckischen Vergangenheit.

Mit Schwung ging es über die hölzernen Dielen des Tanzbodens im Wirmighäuser Gasthauses Bunse – statt sich nach einem anstrengenden Tagesmarsch im Strohlager schlafen zu legen, machten die westfälischen „Wandervögel“ vor 100 Jahren eine Spontan-Party mit Polka. Diese Szene beschreibt Prof. Friedhelm Brusniak in seinem Beitrag für den neuen Landeskalender, der soeben im Handel erschienen ist. 

100 Jahre alte Wanderbuch

Der gebürtige Wirmighäuser Brusniak hat das 100 Jahre alte Wanderbuch „Durch Sauerland und Waldeck“ von Franz Predeek ausgewertet. Eine Wandergruppe mit Hagener Schülern war 1919 bei Bangerts untergekommen, mit ihrer Party mit Musik und Polka brachte sie „Sommerfrischler“ im Haus um ihren Schlaf. Philipp Krummel, Anna Merhof, Carl-Steffen Schramm und Lea Engelhard von der Wirmighäuser Landjugend stellten diese Szene fürs Titelbild des Landeskalenders in Bunsen Wirtschaft nach. 

Weitere Themen im neuen Landeskalender:

Ende der Monarchie

Abgesetzt: Fürst Friedrich zu Waldeck und Pyrmont.

Vor 100 Jahren steckte auch Waldeck in einem Umbruch: Die Nöte des Ersten Weltkrieges hatten im November 1918 zur Revolution in Deutschland geführt, nach Jahrhunderten endete das Zeitalter der Monarchen.

 Das traf auch Fürst Friedrich zu Waldeck und Pyrmont – doch in seinem Land wollte sich partout keine Revolution einstellen. So musste der Kasseler Arbeiter- und Soldatenrat aktiv werden, den Arolser Genossen fiel die Aufgabe zu, den im Volk beliebten Regenten für abgesetzt zu erklären. Auch Waldeck wurde so zu einem Freistaat.

Gegen die Kirchenzucht

In Kleinern sorgte der Gemeindepfarrer Johann Jacob Ockel Anfang des 18. Jahrhunderts für Turbulenzen: Er ging sogar die Dorf-Honoratioren wegen Verstößen gegen die Kirchenzucht an, wie Armin Sieburg berichtet. Der Streit beschäftigte auch die Kirchenleitung in Arolsen.

Historische Waldweide

Hutewald: der „Halloh“ im Kellerwald.

Der Kellerwald war nicht nur wegen seines Holzes begehrt: Bauern trieben über Jahrhunderte ihre Tiere zur Mast in die Hutewälder. Diese „historische Waldweide“ beschreibt Heinrich Berthold. Er hat auch erforscht, welche Belastungen sich aus der Nutzung ergeben haben.

"Auf der Walz“

Der Schuhmacher-Geselle Wilhelm Figge aus Ober-Werbe ging im 19. Jahrhundert insgesamt 17 Jahre „auf Walz“. Dabei erlegte ihm die waldeckische Obrigkeit strenge Regeln auf, wie sein Wanderbuch belegt. Prof. Martin Kipp zeichnet das Wanderleben des jungen Handwerksburschen nach, der sich schließlich in Basdorf niederließ.

Majestätische Höckerschwäne

Stabile Population im Kreis: ein majestätischerHöckerschwan.

Die weißen Höckerschwäne sind in Waldeck-Frankenberg im Aufwind: Ihre Population nimmt zu. Gerhard Kalden beschreibt die majestätischen Vögel und ihr Verhalten in Wort und Bild.

Wie alt sind die Dörfer?

In Waldecks Dörfern und Städten stehen auch in den nächsten Jahren Jubiläen an - die Siedlungen sind jedoch meist älter, als es die Ersterwähnung auf einer Urkunde angibt. Ihre Ursprünge liegen meist im Dunklen.

Sage auf Platt

Heinrich Heidel aus Fürstenberg erzählt auf Platt die "Sage vomm Schatz in därr Fösdenkerke" - der Fürstenkirche, die einst in einem Dorf nahe der Stadt Fürstenberg stand.

Der Jahresrückblick

Die Chronik „von Jahr zu Jahr“ erinnert wieder an die wichtigsten Ereignisse in Waldeck in den vergangenen zwölf Monaten. Auch die Ermordung des aus Anraff stammenden Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke ist dabei ein Thema.

Aktualisiert wurden das Kalendarium und das Verzeichnis der Behörden, Organisationen und aller Gemeinden im Kreis – für viele Leser ist es ein unverzichtbares Nachschlagewerk.

Der Waldeckische Landeskalender 2020 ist ab sofort im Handel erhältlich. Das 192 reich bebilderte Seiten umfassende Jahrbuch kostet wie im Vorjahr nur 6,90 Euro. Es ist wieder im Buchhandel, in der WLZ-Geschäftsstelle in Korbach und bei den Zeitungszustellern der WLZ zu haben. (red)

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