Eröffnungsfeier für neues Geofoyer an der „Korbacher Spalte“

Kalkturm für Besucher geöffnet

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Das Interesse ist groß: Mehr als 100 Gäste kommen zur Eröffnung des Geofoyers Kalkturm. Fotos: Lutz Benseler

Korbach - Einstieg in die Erdgeschichte: Seit Sonntag ist die Ausstellung im sanierten Kalkturm in Korbach für Besucher geöffnet.

So umstritten das Projekt angesichts klammer kommunaler Kassen anfangs war, so groß war schon am ersten Tag das Interesse daran: Mehr als 100 Besucher informierten sich bei der Eröffnungsfeier am Sonntagmorgen über das neue Geofoyer - deutlich mehr, als die Organisatoren erwartet hatten. „Ich bin dankbar, dass wir nicht entschieden haben, den Turm abzureißen“, sagte Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich. „Wir sind den mühevolleren, aber durchaus richtigen Weg gegangen.“

Die Ausstellung im aufwendig sanierten Kalkturm und die umgestaltete Korbacher Spalte mit ihrer bedeutenden Fossilienfundstätte bieten den Besuchern eine spannende Entdeckungsreise in die Erdgeschichte und die Korbacher Industriegeschichte - und sollen, so das Ziel der Korbacher, einmal zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Schon jetzt habe die Stadt eine weiteres touristisches Alleinstellungsmerkmal neben den Themenfeldern Gold und Hanse hinzugewonnen, sagte Friedrich.

Bauamtsleiter Stefan Bublak erklärte, die Korbacher Spalte werde durch den von der Straße her gut sichtbaren Kalkturm aufgewertet. Die Stadt habe an ihrem südlichen Eingang ein neues Zeichen gesetzt. Dr. Christof Ellger, Geschäftsführer der Geo-Union Alfred-Wegener-Stiftung, die das Prädikat „Nationaler Geopark“ verleiht, nannte den Geopark „Grenzwelten“ ein besonderes Schmuckstück, das mit dem Geofoyer Kalkturm einen neuen Stein erhalten habe. Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf hob die internationale Bedeutung der Fundstätte hervor, die durch die neue Ausstellung noch unterstrichen werde. Das Ensemble zwischen Kalkturm und Spalte sei ein „rundes Angebot“ für die Besucher. Deutschendorf: „Korbach hat einen mutigen Schritt gemacht, der sich lohnen wird.“

Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen gab anschließend einen Überblick über die Geschichte der Kalkindustrie in Korbach, die 1860 mit dem ersten Kalkofen begonnen hatte. Korbachs Tourismusförderer Dr. Marc Müllenhoff erläuterte die Ausstellung im Kalkturm. Auch Parlamentschefin Lilo Hiller begrüßte die Entscheidung für die Sanierung: „Das war richtig so.“

Von Lutz Benseler

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