Korbach:

Karl-Heinz „Onkel“ Bietz (85) schreibt weiter an seiner Chronik

- Korbach (tk). Die „alte Elektrische“, eine Brother-Schreibmaschine, läuft so gut wie jeden Tag. Wenn sie einmal repariert werden muss, aber auch sonst hin und wieder, holt Karl-Heinz Bietz das Etui mit den Filzstiften aus der Schublade und malt damit farbige Grußkarten für alte Freunde. Für „Kurt“ hat er heute einen Dukatenesel karikiert.

Karl-Heinz Bietz ist im Juni 85 geworden. Sein Schreibwaren- und Zeitschriftengeschäft in der Klosterstraße war jahrzehntelang Treffpunkt vieler Stammkunden. Bei ihm holten sich nicht nur die Pennäler der Alten Landesschule, deren Unterrichtsräume bis 1974 im alten Kloster gegenüber lagen, Hefte und Stifte. Bei „Onkel Bietz“ gab stets auch die neuesten Nachrichten – die in der WLZ gedruckten wie auch die in der Stadt kursierenden. Bietz stammt aus einer alten Kaufmanns- und Handwerkerfamilie, wuchs in der Stadt auf, als noch jeder den anderen persönlich kannte. Dem Korbacher Original wurde die Vorliebe für Papier und Druckerzeugnisse in die Wiege gelegt. So hatte Großvater Carl Nelle (Jahrgang 1858) in Göttingen Buchbinder gelernt und dann in Korbach mit einer Druckerei begonnen.Den Laden in der Klosterstraße gab Bietz nach seinem 80. Geburtstag auf, seit fünf Jahren lebt er im Altenheim am Nordwall und fühlt sich in seinem Zimmer im ersten Stock sichtlich wie zu Hause. Historische Landkarten, Urkunden und Fotos schmücken die vier Wände. Einige seiner selbstgemalten Bilder hängen im Etagenflur, und mehr als 40 Leitz-Ordner stehen in den Regalen.

Mehr in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 13. August.

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