Kreisbauernverband Waldeck: Brühmann gibt Vorsitz ab

Karsten Schmal übernimmt Vorsitz

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Korbach - Beim Waldecker Kreisbauernverband stehen die Zeichen auf Veränderung: Eine neue Generation übernimmt die Spitze. Die Vertreter wählten am Donnerstag Karsten Schmal aus Sachsenhausen zum neuen Vorsitzenden.

Mit stehenden Ovationen verabschiedeten die Landwirte der Vertreterversammlung des Kreisbauernverbandes ihren Vorsitzenden. Nach 24 Jahren trat Heinz Brühmann nicht mehr zur Wahl des Vorsitzenden des Kreisverbandes an. „Ich möchte mir wieder mehr Zeit für meine Familie und meine Hobbys nehmen“, erklärte er. Und damit verfolgt er konsequent die neue Linie des Verbandes: Insgesamt 25 Orts- und Bezirksvorsitzende legten im vergangenen Jahr ihren Posten nieder und machten Platz für die nächste Generation. Zu der gehören auch die neuen Kreisteilvorsitzenden Friedrich Pohlmann, Dirk Monstadt und Martin Leis, die nun zum geschäftsführenden Vorstand des Kreisverbandes gehören.

„Damit geht eine Ära zu Ende“, befand Kreislandwirt Fritz Schäfer. Brühmann sei einer, der auch mal Themen aussitzen konnte, der nicht sofort überreagiert habe, ein kantiger Vorsitzender. Schäfer erinnerte an Zeiten, als Tausende Landwirte gemeinsam auf der Hauer mit den Säbeln gerasselt hätten.

Auch Friedhelm Schneider, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, der heute die goldene Ehrennadel an Brühmann verleiht, lobte: „Er hat immer klar und deutlich gesprochen, er war geradlinig und hat sich die Meinung der anderen angehört“, erklärte er und fügte schmunzelnd hinzu: „Am Ende hat er dann aber doch seine eigene Meinung durchgedrückt.“ Einstimmig kürten die 120 Mitglieder der Vertreterversammlung Brühmann zum Ehrenvorsitzenden.

Ebenso einstimmig fiel auch die Wahl auf seinen Nachfolger: Karsten Schmal (46) aus Sachsenhausen freute sich über das Vertrauen der Berufskollegen. Was seine Ziele seien? „Die Politik gibt uns Aufgaben vor“, erklärte er. Bei der Bewältigung wünsche er sich vor allem die Zusammenarbeit mit anderen Kreisverbänden. „Und ich richte hiermit auch ausdrücklich ein Gesprächsangebot an den Bund deutscher Milchviehhalter“, erklärte Schmal.

Während der Milchpreiskrise habe sich der Ton zwischen den beiden Verbänden zuweilen sehr verschärft. „Wir haben zwar verschiedene Wege, aber das gleiche Ziel“, erklärte Schmal. In den Fokus will der neue Verbandschef auch das Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft nehmen. „Wir müssen wieder ein positiveres Bild von Landwirtschaft in die Öffentlichkeit tragen“, wünschte er sich. Er bat aber auch um Verständnis: „Die Fußspuren sind groß und ich werde Zeit brauchen, um mich in mein neues Amt einzufinden.“

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