Zwangsversteigerung geht in die dritte Runde

Kaserne erneut unterm Hammer

Korbach - Diesmal könnte die belgische Kaserne zum Schnäppchen werden: Die Zwangsversteigerung geht am 28. August in die dritte Runde, die bisherigen Wertgrenzen gelten nicht mehr.

Das 67 000-Quadratmeter-Grundstück am Ortsausgang Richtung Flechtdorf kommt samt Gebäuden erneut unter den Hammer. Das Korbacher Amtsgericht hat einen Versteigerungstermin am Freitag, 28. August, um 11 Uhr anberaumt. Bieter für das weitläufige Areal vor den Toren der Stadt gab es bereits bei den ersten beiden Terminen – jedoch keinen Zuschlag: Im August 2014 hatte die Deutsche Haus- und Grundinvest aus Lippstadt mit 74 900 Euro das Höchstgebot für die frühere Kaserne abgegeben. Das war der Kreissparkasse Verden (Niedersachsen) zu wenig. Die Gläubigerbank ließ das Verfahren vorläufig einstellen. Gläubigerbank wollte mindestens 100 000 Euro für das Grundstück haben Im März dieses Jahres hatte schließlich die Korbacher Immobilienmanagement GmbH & Co. KG 82 000 Euro als Höchstgebot für das ehemalige Militärgelände aufgerufen. Weil das Gebot weniger als 70 Prozent des Verkehrswertes betrug, stellte die Gläubigerbank einen Antrag auf Zuschlagsversagung, dem das Amtsgericht dann stattgeben musste. Beim dritten Termin werden deshalb die bisherigen Wertgrenzen nicht mehr gelten, noch geringere Gebote wären dann möglich. Gutachter haben den Verkehrswert des Grundstücks auf 150 000 Euro festgesetzt. Mindestens 100 000 Euro wollte die Kreissparkasse Verden für die ehemalige Kaserne erzielen, wie ein Vertreter der Bank beim letzten Versteigerungstermin im März die Schmerzgrenze absteckte. Schließlich seien auch Werte auf dem Grundstück vorhanden. Die in den Jahren 1965 bis 1967 gebauten Gebäude sind stark sanierungsbedürftig, die Lage im Wasserschutzgebiet schränkt allerdings eine mögliche Nutzung stark ein. Viele Jahre war dort die Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises (BWF) untergebracht. Derzeit wird das Gelände unter anderem von einer Spedition, einer Fahrschule, den „Hundefreunden Korbach“ und der „RC-Car-Crew“ genutzt, die nun um ihre Räumlichkeiten bangen.Derzeitiger Eigentümer des ehemaligen Kasernengeländes ist formell noch die Firma AWD mit Sitz in Korbach. Seit gut zwei Jahren steht die Kaserne allerdings unter Zwangsverwaltung. Im Gegensatz zu einer Zwangsversteigerung wird das Grundstück dabei nicht veräußert, sondern von einem Zwangsverwalter, den das Amtsgericht bestimmt, weiter bewirtschaftet. Der Eigentümer bleibt, die Mieteinnahmen fließen aber – nach Abzug der Bewirtschaftungskosten – direkt an die Gläubiger. Von Lutz Benseler

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