Gala des derben Humors in der Stadthalle

Peter Millowitsch spielt Hauptrolle beim Auftakt der Theatersaison in Korbach

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„Opa wird verkauft“: Peter Millowitsch (2. von rechts) spielte die Hauptrolle des listigen alten Mannes bei der Theateraufführung in der Korbacher Stadthalle.   

Zum Start in die Theatersaison 2020/2021 kamen gleich mehrere alte Bekannte in die Korbacher Stadthalle.

Die beiden Fernsehlegenden Peter Millowitsch und Andrea Spatzek, sowie der Boulevard-Komödiant Claus Tull-Emden gaben in Rolf Bergs Inszenierung von „Opa wird verkauft“ eine Gala des derben Charakterhumors.

Der Titelheld von Franz Streichers Schwank ist ein ein 80-jähriger Eulenspiegel, der erst seinen Angehörigen den Alltag mit seinen Streichen zur Hölle macht, um anschließend einen Dieb und Betrüger so richtig hereinzulegen. Danach ist die Welt besser in Ordnung als je zuvor, dabei geht zunächst scheinbar alles zu Bruch und gerät aus den Fugen.

Schwiegervater Altlast auf dem Hof

Als Schwiegervater ist Opa (Peter Millowitsch) schon länger eine Altlast auf dem Hof von Bauer Hemmersbach (Piet Fuchs), denn der Witwer traut sich deshalb nicht so recht an die tüchtige Magd Katrin (Verena Wüstkamp) heran. Sohnemann Schorsch (Tobias Krebs) stellt sich dann auch bei der bereits arrangierten Hochzeit mit der Tochter des reichen Bauern Peter Schlösser (Claus-Thull-Emden) quer, denn er hat die Eva (Anna Röser) ja noch nie gesehen und die ist aus demselben Grund genauso bockig. Schlösser kauft daraufhin Hemmersbach den verschrobenen alten Opa ab.

Nachdem der erste Akt noch ziemlich gemächlich in Schwung kam, nahm das Stück ordentlich Fahrt auf. Denn an neuer Wirkungsstätte treibt der Opa mit der gar nicht so selbstlosen Bereitwilligkeit von Schlösser ordentlich Schindluder und findet in dessen derber bayrischer Frau Resi (Andrea Spatzek) eine Gegenspielerin von Format.

Peter Schlösser bereut seit Jahrzehnten die Dummheit, die ihm seinerzeit auf dem Viehmarkt von Traunstein unterlaufen ist. Damit er aber nicht weiter zwischen den Fronten zerrieben wird, muss er doch seine bessere Hälfte in die Hintergründe seines Plans einweihen: Der Opa ist für zwei Häuser gut, auch wenn er sich als ärmer als eine Kirchenmaus aufspielt. Danach ist auch die Kratzbürste sanft wie ein Lamm.

Opa überlistet den Betrüger

Da ausgerechnet Schorsch als Aushilfsknecht auf dem Hof von Schlösser angeheuert hat, kommt auch die Liebeshandlung endlich auf Touren, wenn auch ohne größere Verwicklungen: Bei den jungen Leuten ist es Liebe auf den ersten Blick, ein Umstand, der den geldgierigen Peter Schlösser erneut dazu verführt, seinen Kredit als Herr im Haus zu überziehen. Dank Opas List steht der vermeintliche Schlaumeier am Ende mit leeren Händen da.

Aber nachdem sein Plan aufgegangen ist, hat Opa sogar ein Herz für den betrogenen Betrüger und seine garstige bessere Hälfte. Die Schlössers dürfen in einem seiner Häuser zur Miete wohnen und den alten Herren übers Wochenende beherbergen. Denn die jungen Leute bewirtschaften in Zukunft den bisherigen Schlösser-Hof, während Hemmersbach mit der Katrin durchstartet.

Von Armin Hennig

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