Korbach

Kehraus in der Badestube

- Korbach (jk). Ende 2011 soll das runderneuerte Hallenbad stehen. Doch erst mal ist „Entkernung“ angesagt: Von Pumpen und Waschbecken bis zu den Deckenpaneelen wird alles ausgeräumt.

Statt Badefreuden bietet das Hallenbad derzeit eher das Bild eines Schlachtfelds. Stahlrohre, Blechleisten, Wandverkleidungen, Dämmung stapeln sich in Korbachs Badestube. Doch dahinter steckt System, erklärt Bäderbeauftragter Friedhelm Schmidt: Viel Material sei künftig noch nutzbar – und wenn es an anderer Stelle des „Konzerns Stadt“ sei. Aus manchem Stahlrohr lässt sich vielleicht noch ein Handlauf oder ein Geländer formen, auch Umkleiden und Startblöcke wandern in ein Übergangsdepot. Etliche Pumpen und Schaltschränke der Hallenbadtechnik werden auch im runderneuerten Bad noch benötigt. Und vielleicht findet sich ja auch noch ein Abnehmer für die alte blaue Riesenrutsche. Alles, was wiederverwendbar ist, wird fotografiert und vorerst eingelagert, sagt Schmidt. Und wenn Korbachs entkernte Badestube sich dann besenrein präsentiert, kann Anfang Oktober der Rohbau für Wände, Treppen, Fahrstuhl im Gebäude und einen Anbau außen beginnen. Die Männer vom „Räumdienst“, eine externe Firma nahe Berlin, haben bis dahin aber noch tonnenweise Gewichte zu stemmen. Draußen auf dem Hof zur Medebacher Landstraße türmen sich Lüftungsrohre für den Schrott. Derweil hängen in den Keller-Katakomben noch die Regenrinnen unter den Schwimmbecken – um das seit Jahren durchsickernde Wasser abzuleiten. „Eines ist klar: Innenliegende Dachrinnen wollen wir künftig nicht mehr haben“, kommentiert Schmidt mit Schmunzeln. Denn für rund 7,8 Millionen Euro Gesamtinvestition soll Korbach bis Ende 2011 ein neuwertiges Bad erhalten, das auch die nächsten 25 Jahre noch hält. So hat es der Generalunternehmer „Möller + Meyer“ (Gotha) versprochen. Abseits der Dachrinnen, maroder Technik und abenteuerlicher Installation bei Hallenbad und Spaßbad hat andere Subs­tanz fast 40 Jahre offenbar sehr gut überstanden: Von den Betonmauern bis zur Blechverkleidung unter der Hallenbaddecke zeigt sich beim Kehraus vieles noch gut in Schuss. Das gilt offenbar nicht für zwei mächtige alte Linden auf der Grüninsel vorm Hallenbad. Beim Anbau der Badelagune mussten in den 90er-Jahren schon alte Winterlinden wegen Fäulnis fallen. Mit Genehmigung der Naturschutzbehörde kommt für die beiden verbliebenen Bäume bald das Ende.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare