Betreiber aus Wetzlar beklagt zu wenig Kundschaft und gibt Geschäft auf

Keine Zukunft für Sachsenberger „Gutkauf“

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Tobias Eckhard hat seinen „Gutkauf“-Lebensmittelmarkt aufgegeben. Eine Perspektive für die Räume in der Sachsenberger Ortsmitte gibt es bisher nicht.Foto: Theresa Demski

Lichtenfels-Sachsenberg - „Zu wenige Einwohner, zu großer Markt“: Tobias Eckhard hat sein Lebensmittelgeschäft in Sachsenberg geschlossen. Eine Perspektive für den Markt scheint es erst mal nicht zu geben.

Der Markt ist geschlossen. Seit Ende April müssen die Sachsenberger zum Einkaufen wieder ihren Ort verlassen. Über die Gründe dafür sind sich Bürgermeister und Betreiber nicht ganz einig.

„Wir hätten dieses Geschäft gerne länger geöffnet“, erklärt der ehemalige Betreiber Tobias Eckhard, „aber es war für den kleinen Ort Sachsenberg einfach zu groß.“ Seit 2012 machte er sich jeden Werktag auf den Weg nach Sachsenberg, um dort seinen „Gutkauf-Markt“ aufzuschließen. Die Räume hatte er gemietet. „Aber die Leute sind eben zum Einkaufen auch häufig weggefahren“, sagt er, „da hält sich kein Geschäft.“

Die Erfahrung hatten schon andere vor ihm gemacht. Bevor Eckhard mit seinem Lebensmittelgeschäft in die Räume gezogen war, hatte sich die Drogeriekette Schlecker hier versucht. Nach der Insolvenz verschwand das Geschäft aus der Ortsmitte. „Als 2012 der neue Betreiber einzog, war er eigentlich guter Dinge“, erinnert sich Bürgermeister Uwe Steuber. Er habe sogar über den Kauf der Immobilie nachgedacht und sich gut um den Markt gekümmert. Inzwischen hat er einen Markt in Gelnhausen eröffnet und Sachsenberg hinter sich gelassen.

Bürgermeister Steuber ist aber sicher, dass der Bedarf für einen Lebensmittelmarkt in Sachsenberg besteht. „Die Zahlen sagen, dass das funktionieren kann“, betont er. Allerdings würden die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Die Miete für die Immobilie sei zu hoch, sodass sich das Geschäft nicht lohne. „Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, dann kann das klappen“, ist sich Uwe Steuber sicher. Und appelliert an Inhaber Yasser Anou El-Hasna-Hartmann, den Mietpreis anzupassen.

Der sieht bisher keine Perspektive für eine weitere Vermietung. „Ich will diesen Stress nicht mehr“, betonte El-Hasna-Hartmann auf Nachfragen von WLZ-FZ, „das ewige Hin und Her, ob sich ein Markt hält.“ Deswegen wolle er das Gebäude nun verkaufen. Interessenten allerdings gebe es bisher nicht. „Ich suche nach einem Käufer, der die Räume wieder mit einem Lebensmittelmarkt belebt“, sagt der aktuelle Besitzer, der einst selbst einen Markt in dem Gebäude in Sachsenberg betrieb.

Von Theresa Demski

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