Korbach: HaLT-Aktionstag an der Schule am Enser Tor

„Kenn deine Grenzen“

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Vertrauensübung auf dem Schulhof: Ulrike Ritter, Carsten Vahland und Schulleiter Michael Hölscher schauen den Schülern über die Schultern.

Korbach - Jugendliche der fünften bis zehnten Klassen der Schule am Enser Tor nahmen am Montag an der Präventionsveranstaltung „Grenzkenner“ teil. Spielend lernten die Schüler einen vernünftigen Umgang mit Alkohol.

Wer die Brille aufsetzt, fühlt sich augenblicklich, als habe er 1,3 Promille Alkohol im Blut: Für Jugendliche eine überraschende Erfahrung. Wer mit der Promillebrille auch noch einen Parcours bewältigen soll, gerät schnell an seine Grenzen - so wie die Jugendlichen der Schule am Enser Tor gestern Vormittag.

Der Präventionsrat und die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) hatten zusammen mit der evangelischen Jugend und Lehrern zum bundesweiten Projekt „Hart am Limit“ eingeladen. Der Schwerpunkt der Aktion lag auf dem Umgang mit Alkohol.

Ulrike Ritter, Fachangestellte der Suchtprävention des Diakonischen Werks, erklärte: „Wir wollen den Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zeigen.“ Dafür besuchten sie die fünfte bis zehnte Klasse der Schule am Enser Tor. Zu Beginn stellte sich jede einzelne Klasse in einem Kreis auf, umhüllt von einem Tuch. Die Teamübung sollte das Vertrauen untereinander stärken und jedem seine eigenen Grenzen zeigen. Die Schüler lehnten sich mit dem Rücken an das Tuch, so stand dies ständig unter Spannung. Um ihre Grenzen auszutesten, tauschten immer zwei Schüler die Plätze.

Danach ging es zur Slackline. Hier stand wieder die Überwindung im Fokus: Jeder sollte sich trauen, über das wacklige Band zu laufen. Anschließend konnten die Schüler ihre Meinung zu verschiedenen Punkten über Alkohol äußern. Es wurde eine Bodenzeitung ausgelegt, auf der die Jugendlichen zur jeder Äußerung ihren Punkt bei „Ja“ oder „Nein“ setzen sollten. Bei der letzten Aufgabe sollten die Jugendlichen in Fühlkästen greifen.

Zum Abschluss der Aktion gab es für alle alkoholfreie Cocktails. „An unserer Schule ist Alkohol eigentlich kein direktes Thema. Die Schüler kennen die Konsequenzen“, berichtete Schulleiter Michael Hölscher. Im Rahmen des Projekts „HaLT“ kümmern sich die Initiatoren außerdem um Themen wie „Konfirmation und Alkohol“. Auch private Gespräche mit Jugendlichen, die zu viel Alkohol konsumiert haben und im Krankenhaus gelandet sind, werden von Mitarbeitern geführt. Nach sechs Wochen besuchen sie die Jugendlichen ein zweites Mal. Ulrike Ritter erzählte: „Meistens sind es 15- oder 16-Jährige, die sich betrinken. Aber die Zahl der Alkoholvergifteten ist den vergangenen Jahren zurückgegangen.“

Von Ramona Knoch

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