36 Stunden mit dem Bus unterwegs von Moldawien nach Usseln

50 Kinder erfahren Nächstenliebe

50 aus sehr armen Verhältnissen stammende und teilweise verwaiste moldawische Kinder verbringen eine Freizeit im christlichen Gästehaus am Sieperloh in Usseln, dem früheren Hammer Heim. Bürgermeister Thomas Trachte hat die Schirmherrschaft für ihren Aufenthalt übernommen und hieß sie am Sonntag willkommen. Kleidungs- und Spielzeugspenden werden gern entgegengenommen. Das kleine Bild zeigt den neuen Leiter des Hauses, Harry Kelm (links), und seinen Kollegen Gennadi Dück, der das Willinger Haus le

Willingen-Usseln - 50 Kinder aus Moldawien, die zum größten Teil aus sehr armen Verhältnissen stammen und von denen viele verwaist sind, erfahren im christlichen Gästehaus in Usseln Gastfreundschaft und Nächstenliebe.

Ihr Heimatland liegt im Südosten Europas. Moldawien ist eine ehemalige Sowjetrepublik, die 1991 die Unabhängigkeit erlangt hat. Das Land grenzt an Rumänien und an die Ukraine, die es von drei Seiten umgibt. Es hat etwa drei Millionen Einwohner.

Die 50 Jungen und Mädchen und ihre fünf moldawischen Betreuer kamen am Samstag nach einer anstrengenden 36-stündigen Busfahrt in Usseln an. Sie fanden herzliche Aufnahme in dem christlich geführten Gästehaus am Sieperloh (dem früheren Hammer Heim). Sie bleiben bis zum 31. Juli in der Uplandgemeinde. Harry Kelm, der vor sieben Wochen die Leitung des Hauses übernommen hat, die Mitarbeiter des Freizeitheims und 20 ehrenamtliche Betreuer, die aus ganz Deutschland angereist sind und teilweise ihren Urlaub für die gute Sache zur Verfügung stellen, kümmern sich um die jungen Gäste.

Sowohl das ehemalige Hammer Heim in Usseln als auch das frühere Matthias-Claudius-Heim im Willinger Hoppecketal werden seit Jahren als „Christliche Gästehäuser Willingen“ geführt. Beide Einrichtungen werden von dem gleichnamigen Verein betrieben. Er wird in erster Linie von evangelischen Freikirchen getragen, ist aber überkonfessionell ausgerichtet. Geschäftsführer Gennadi Dück ist seit dem Jahr 2000 Leiter des Willinger Hauses.

Der Trägerverein engagiert sich seit Langem in Süd- und Südosteuropa. Er hat dort Kinderhäuser aufgebaut und in die Obhut örtlicher Gemeinden übergeben. Die Einladung der 50 moldawischen Kinder ist ein weiteres Beispiel christlicher Nächstenliebe. Sie erfolgte in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Die Brücke zum Leben“, die einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung leistet.

Harry Kelms Dank gilt allen Unterstützern und Helfern, insbesondere auch Bürgermeister Thomas Trachte, der für die Zeit des Aufenthalts die Schirmherrschaft vor Ort übernommen hat. Er stattete den Kindern am Sonntag einen Besuch ab und hieß sie und ihre Betreuer in Usseln willkommen. Als kleine Überraschung brachte er für alle eine Upländer Kappe mit.

Die Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 13 Jahren freuen sich auf spannende Tage, an denen sie singen, spielen, basteln, biblische Geschichten hören und die Freizeiteinrichtungen kennenlernen.

Harry Kelm nimmt für die Jungen und Mädchen gern Spielzeug und gut erhaltene Kleidung entgegen. Spenden können im Gästehaus am Sieperloh abgegeben werden. „Was wir den Kindern jetzt nicht mitgeben können, heben wir für nächstes Jahr auf. Dann sind wieder zwei Freizeiten geplant.“

Stichwort

Der 1981 gegründete Verein „Christliches Zentrum für Freizeiten, Diakonie und Mission e.V.“ übernahm 1983 das damalige Matthias-Claudius-Heim in Willingen und 2006 die Familienferienstätte am Sieperloh in Usseln (Hammer Heim). Von 1987 bis zur Abschaffung des Zivildienstes im Jahr 2011 haben über 100 junge Männer ihren Zivildienst in den Häusern geleistet. Die missionarische Auslandsarbeit, die früher zu den Schwerpunkten zählte, wurde 2008 an befreundete Missionswerke weitergegeben. Der Verein konzentriert sich seitdem auf die Freizeitarbeit und änderte seinen Namen in „Christliche Gästehäuser Willingen e.V.“ (CGW). Die beiden Häuser verfügen zusammen über 250 Betten (150 in Willingen, 100 in Usseln). Die Zahl der Gäste beläuft sich auf rund 12?000, die der Übernachtungen auf über 30?000 im Jahr. In erster Linie beziehen hier Gruppen Quartier (Gemeinde-, Jugend- und Kindergruppen, Schulklassen usw.), aber es kommen auch Einzelgäste. Sie gestalten eigene Programme, aber viele nutzen auch gern das Angebot der Häuser. Informationen gibt es im Internet (www.cg-willingen.de).

Von Ulrike Schiefner

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