Korbacher Verein der ambulanten Erziehungshilfe „Kompass“ lädt zu Fachtagung über digitale Medien ein

Kinder vor maßlosem Computerspiel schützen

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Erik Weise (l.), Geschäftsführer und pädagogischer Leiter der ambulanten Erziehungshilfe „Kompass“, die Referenten Dr. Damir Lovric und Kirstin Koch sowie die Organisatoren, Nina Rohwer und Daniel Schmitz von „Kompass“ (v. l.) gestalteten die Fachtagung. Foto: Marianne Dämmer

Korbach - Digitale Medien gehören inzwischen zum Leben von Jugendlichen wie das tägliche Zähneputzen - und sind eine Herausforderung für deren Eltern, Erzieher und Lehrer. Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Smartphone, Tablet und Laptop zu verbieten, ist sinnlos und kontraproduktiv.

Doch wie können Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder mit den digitalen Medien und sozialen Netzwerken so umzugehen lernen, dass sie ihnen nicht schaden? Dieser Frage widmete sich ein Fachtag, den der Verein der ambulanten Erziehungshilfe in Korbach, „Kompass“, organisiert hatte.

Der Verein mit Sitz in Korbach hat rund 20 Mitarbeiter in der Kreisstadt, in Brilon und Meschede und betreut im Auftrag des Jugendamtes mehr als 70 Familien im Landkreis Waldeck-Frankenberg und dem benachbarten Hochsauerlandkreis“, sagte Erik Weise, Geschäftsführer und pädagogischer Leiter der ambulanten Erziehungshilfe. „Die Mitarbeiter des Vereins haben die Aufgabe, Erziehungs- und Familienhilfe zu leisten, kümmern sich um Schulverweigerer, greifen ein, wenn das Kindeswohl gefährdet ist oder wenn der Familienalltag durch Trennungen vollkommen aus dem Ruder läuft“, erklärte Weise.

„Unsere tägliche Arbeit in der ambulanten Erziehungshilfe zeigt uns auf, dass die Nutzung unterschiedlicher Medien immer mehr Raum im Familienalltag einnimmt“, so Weise. Um Eltern für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medien zu sensibilisieren und sie entsprechend kompetent zu beraten, hat der Verein zu seinem 20-jährigen Bestehen keine Feier veranstaltet, sondern im Bürgerhaus eine Fachtagung für pädagogische Fachkräfte, Eltern und Jugendliche rund um das Thema „Nutzung von Medien in der frühen Kindheit und der Jugend“ organisiert.

Der Neurowissenschaftler und Psychologe Dr. Damir Lovric führte in seinem informativen Vortrag in die Welt des Gehirns ein. Er erklärte anschaulich die unterschiedlichen Phasen der Entwicklung und zeigte unter anderem auf, dass Kinder, die im Alter von acht bis zwölf Jahren übermäßig Computerspiele spielen und in virtuelle Welten abtauchen, sich schnell zu Suchtpersönlichkeiten entwickeln können. Erst im Alter von etwa 20 Jahren seien alle Systeme des menschlichen Gehirns voll ausgereift und damit in der Lage, sich gegenseitig zu kontrollieren. Er riet Eltern und Pädagogen daher, bei Kindern und Jugendlichen dringend auf einen moderaten Umgang mit digitalen Medien zu setzen.

Im Anschluss gab Kirstin Koch vom Präventiven Jugendschutz Frankfurt einen Einblick in ihre Arbeit und zeigte auf, wie sich der angemahnte moderate Umgang mit den neuen Medien bei den Heranwachsenden überhaupt umsetzen lässt. (md)

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