Korbach

Kinder auf der Suche nach sich selbst

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- Korbach (resa). Wenn Großmütter ihren Enkeln die Hand zum Tanz reichen und sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit machen, dann wird Familiengeschichte greifbar – wie bei einem Projekt in der Berliner Schule.

Über viele Wochen hinweg hatten sich die Drittklässler der Berliner Schule auf Spurensuche begeben – in ihren eigenen Familien. Herausgekommen sind ausgefallene Werke aus Kinderhand mit Tiefgang. Initiiert hatten das Projekt die Klassenlehrerinnen der Klasse 3a und 3b und die Damen des Korbacher Integrationsprojektes. Die Kinder sollten sich während der Projektarbeit nicht nur über die Bedeutung von Familie klar werden, sondern auch über ihre Wurzeln – die liegen bei den meisten Kindern der Schule in anderen Ländern.

Zum Abschluss des Projektes hatten sie Eltern und Großeltern in die Aula der Schule eingeladen, um stolz ihre Ergebnisse vorzustellen. Fröhlich zogen die Drittklässler mit ihren Großeltern in die Aula ein und forderten erst die Klassenkameraden und dann ihre Großmütter zum Tanz auf. „Babuschka, komm und tanz mit mir“, sangen sie lachend und ihre Omas machten gerne mit. Die kleinen Leute begrüßten ihr Publikum in verschiedenen Sprachen und erzählten ihre Geschichten.Anschließend schlenderten die Kinder und ihre Gäste an den Ausstellungswänden entlang; die Schüler führten ihre Gäste an fünf verschiedene Stationen. Tim hatte einen Zug mit Fotos gestaltet, der aus der Vergangenheit in die Zukunft fährt und Bilder seiner Urahnen zeigt. Lea präsentierte unterdessen ihren großen Stammbaum, der der Drittklässlerin beim Verstehen ihrer eigenen Familiengeschichte half.

Besonders neugierig suchten die Kindern dann nach den großen Fotografien, die während des Projektes entstanden waren. Großeltern und ihre Kinder waren im Alltag fotografiert worden – mal beim Rasenmähen, dann wieder beim Stricken oder beim gemeinsamen Kniffelspiel. „Wir freuen uns, dass viele Kinder ihre Großeltern ganz neu kennengelernt haben“, stellte Natalja Schens vom Integrationsprojekt zufrieden fest. Und auch über sich selbst und ihre Mitschüler lernten die Kinder viel. In kleinen Schatzkisten sammelten die Schüler am Ende Dinge, die ihnen besonders wertvoll sind. Fest verschlossen verstauten sie die Kisten, um erst als Erwachsene wieder hineinzusehen und sich dann wieder an Kindertage zu erinnern.

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