Korbach

Kinder-Uni: Mit sauberem Wasser viele Leben retten - Video

- Korbach (lb). „Paul“ kann Leben retten: Wie ein Rucksack mit diesem Namen in Katastrophengebieten verschmutztes Wasser reinigt, das haben 400 Kinder am Mittwoch in der ersten Vorlesung des neuen Kinderuni-Semesters erfahren.

Aus der trüben Brühe ist kristallklares Wasser geworden. Paul aus dem Publikum in der Korbacher Stadthalle ist mutig und probiert einen Becher aus dem Wasserrucksack, der genauso heißt wie er: Dieser „Paul“ besteht im Großen und Ganzen aus einem blauen Plastikgehäuse mit Rucksackträgern und einem speziellen Filter im Inneren. Dr. Wernfried Schier und Alice Schneider vom Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der Uni Kassel haben den Wasserrucksack mitgebracht, der schon in Haiti, Pakistan und Ostafrika eingesetzt worden ist. Dort überträgt durch Naturkatastrophen verschmutztes Wasser Seuchen wie die Cholera, an der viele Menschen sterben. Paul kann also Leben retten, wenn er das krank machende Wasser wieder reinigt. Der Rucksack wiegt rund 20 Kilogramm und kann von Trägern oder Lasttieren selbst in Dörfer transportiert werden, zu denen keine Straßen mehr existieren. Die vier Buchstaben stehen für „Portable Aqua Unit for Lifesaving“, was so viel heißt wie „transportable Wassereinheit zur Lebensrettung“. Das Prinzip ist einfach: Oben wird verschmutztes Wasser eingefüllt, unten kommt ein paar Sekunden später sauberes heraus. Doch wie funktioniert Paul genau? Wie ein Küchensieb wohl eher nicht, wie Schier und Schneider demonstrieren: Die Löcher sind einfach zu groß, um die feinen Partikel, die das Wasser eintrüben, aufzuhalten. Selbst ein Kaffeefilter reicht nicht aus. „Die Lösung ist eine Membran“, erklärt Dr. Wernfried Schier. Sie verfügt über mikroskopisch kleine Öffnungen, die selbst für Bakterien zu winzig sind. Sie können die Membran nicht durchdringen, das Wasser schon. Bis zu 1200 Liter trinkbares Wasser kann Paul so pro Tag herstellen. „Das sind 800 1,5-Liter-Flaschen“, sagt Schier zum Vergleich. 541 dieser Wasserrucksäcke sind derzeit weltweit in Katastrophengebieten in Betrieb. Zwei weitere kommen nun hinzu: Energie Wal­deck-Frankenberg (EWF) und die Korbacher Buchhandlung Schreiber spenden zwei Wasserrucksäcke, die für die Kinderuni in verschiedenen Teilen der Welt für sauberes Wasser sorgen sollen. Wo sie gerade im Einsatz sind, das erfahren die Mädchen und Jungen in den folgenden Vorlesungen.

Die Kinderuni geht mittlerweile in die fünfte Runde. 5600 Kinder dabei Seit 2007 haben 5600 Kinder an den Vorlesungen teilgenommen. „Und heute werden es wieder 400 mehr“, sagt Heinz-Willi Müller, Geschäftsführer des kommunalen Serviceverbunds Eisenberg. Die Kinderuni ist eine Veranstaltung des Verbundes, in dem sich sieben Gemeinden zusammengeschlossen haben. Präsentiert wird sie von der Waldeckischen Landeszeitung/Frankenberger Zeitung.

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