Lichtenfelser Stadtverordnete treffen mehrheitlich „epochale Entscheidung“:

Kindergarten-Neubau in Sachsenberg

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Den Kindergarten-Neubau an der Knöchelhalle in Modulweise zu errichten, käme als eine Möglichkeit in Frage. Auch eine schlüsselfertige Variante soll ausgeschrieben werden.

Lichtenfels-Sachsenberg - Selten bekommen Stadtverordnete eine direkte Reaktion auf ihre Entscheidungen. Anders in Sachsenberg. Den Beschluss, an der Knöchelhalle einen neuen Kindergarten zu bauen, quittierten am Dienstagabend mehr als zwei Dutzend Zuhörer mit Applaus.

Mit großer Mehrheit votierten die Lichtenfelser Stadtverordneten für das Bauprojekt, das möglichst bis Herbst 2015 bezugsfertig sein soll. Als „Investition in die Zukunft“, bezeichnete es Bürgermeister Uwe Steuber. Ein Neubau an der Knöchelhalle sichere nicht zuletzt die Option, in Zukunft weitere Kinder aus anderen Stadtteilen aufzunehmen, sollten für die dortigen eingruppigen Tagesstätten aufgegeben werden müssten. In der benachbarten Sporthalle könnten die Mädchen und Jungen überdies spielen und toben.

Von einer „epochalen Entscheidung“ sprach WGL-Fraktionschef Horst Wendt. Ein Neubau böte im Vergleich zur Sanierung eine höhere Kostensicherheit, bliebe man doch von unliebsamen Überraschungen verschont, die sich in Altbauten doch oft versteckten. Ein „schlüssiges Konzept“ auf der Basis der neuesten technischen Standards sei am besten geeignet, die „untragbaren Zustände“ im Kindergartengebäude in der Stadtmitte endlich zu beseitigen. Dort würden die Kinder in beengten und dunklen Räumen in einem Fachwerkhaus betreut, das zudem die Brandschutzauflagen nicht mehr erfülle könne, betonten auch Kurt Lechky (SPD) und Friedrich Göge (CDU). Die geplante „ebenerdige, moderne“ Einrichtung verbessere deshalb wesentlich die Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen und erhöhe damit die Qualität der Betreuung, so Göge. „Neubau ist der richtige Weg“, bekräftigte Friedhelm Emde (FDP) und plädierte dafür, schnellstmöglich mit der Vermarktung der Altimmobilie zu beginnen.

Für den Erhalt des „Fachwerk-Kindergartens“ und gegen einen „Gipskarton-Plattenbau“, wie sie den Neubau nannte, sprach sich Grünen-Fraktionschefin Dorli Rauch aus. Eine Sanierung der zentral gelegenen Tagesstätte stelle aus ihrer Sicht die bessere Alternative dar. Zwei Räume könnten angebaut und Teile des Marktplatzes für Spielflächen genutzt werden. Jedoch vermutete sie, dass diese Variante durch zweifelhafte Modellrechnungen und „gezielter Stimmungsmache“ bewusst ad absurdum geführt werden sollte. Überdies sei die „Entscheidungsfindung äußerst fragwürdig“ verlaufen, sagte die Stadtverordnete und griff damit Bürgermeister Steuber direkt an. Er habe eigenmächtig und zum Teil ohne Magistratsbeschluss agiert. Aus diesem Grund beantragte sie eine namentliche Abstimmung. Bis auf Dorli Rauch und ihren grünen Mitstreiter Gerhard Valentin stimmten alle Stadtverordneten für den Neubau.

Bürgermeister Steuber verwahrte sich gegen die Vorwürfe der Grünen-Fraktionsvorsitzenden. Die Anschuldigungen würden nicht der Wahrheit entsprechen. Er werde prüfen, ob er gegen diese Behauptungen rechtliche Schritte einleite. (Thomas Kobbe)

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