500 000 Euro für Kindergartenausbau · Gemeinde will Kindergärten auch am Wochenende und in Ferien öffnen

Kindergartenplätze für die Jüngsten

Willingen/Usseln - Im Upland wird Platz geschaffen: Damit ab August ausreichend Kindergartenplätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stehen, bauen die Kindergärten in Usseln und Willingen an. Dafür gibt es Zuschüsse von Bund und Kreis.

Sie brauchen ihren Mittagsschlaf, spielen ganz anders als die Großen und im Badezimmer ist ihnen der Wickeltisch wichtiger als das WC. Deswegen stellen die jüngsten Kindergartenkinder die Gemeinden vor Herausforderungen. Ab August haben Kinder unter drei Jahre einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Gemeinden sind gehalten, die geforderte Betreuungsquote von 35 Prozent in die Tat umzusetzen. Und deswegen wird gebaut: Denn Kinder unter drei Jahren brauchen nicht nur Platz zum Spielen, sondern eben auch zum Schlafen und zum Windelwechseln. Dieser Platz wird in den beiden großen Upländer Kindergärten jetzt geschaffen. Insgesamt 500 000 Euro kosten die Bauarbeiten – der größte Teil der Kosten wird aber durch Fördergelder aufgebracht. „Am Ende bleiben für die Gemeinde insgesamt rund 60 000 Euro übrig“, erklärte Willingens Bürgermeister Thomas Trachte Dienstagmittag. Da überreichte Landrat Dr. Reinhard Kubat den Bewilligungsbescheid des Bundes an den Bürgermeister und mit ihm die Zusage, dass pro Einrichtung rund 145 000 Euro fließen. „Dazu kommen Fördergelder des Kreises“, kündigte der Landrat an, „die sind aber erst in den nächsten Haushalt eingestellt“. Rund 50 000 Euro gibt der Kreis für jeden der beiden großen Upländer Kindergärten – das sind 20 Prozent der förderfähigen Kosten. „Wir geben uns große Mühe, dass wir die geforderten Plätze bereitstellen können“, betonte der Landrat, „denn damit hängt auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusammen“. Nach den Bauarbeiten und in Zusammenarbeit mit den Tagesmüttern könne die Quote in der Gemeinde Willingen erreicht werden. Jeweils zehn neue U3-Plätze sollen in den beiden Einrichtungen geschaffen werden. Die Bauarbeiten könnten noch im Sommer beginnen – zumal die Beschlüsse für die Umbauten im Willinger Parlament einstimmig verabschiedet worden waren. Das bedeutet für den Kindergarten in Willingen, dass eine alte, nicht genutzte Wohnung im Untergeschoss der Einrichtung umgebaut wird. „Wir wollen das Raumprogramm erweitern“, sagt Trachte, „und das bedeutet pro Kindergarten rund 60 Quadratmeter mehr Platz“. Ein zusätzlicher Gruppenraum, ein Schlafraum und die Einrichtung von Sanitäranlagen sind vorgesehen. Die Gesamtinvestitionssumme für den Willinger Kindergarten beträgt 254 800 Euro. In Usseln ist die Frage nach der Raumnutzung noch nicht vollständig geklärt: „Wir wollen das Dorfgemeinschaftshaus in die Maßnahme integrieren“, sagt Trachte. Der Lesesaal könne künftig zum Kindergarten gehören. Ein akustisches Gutachten für den Diemelsaal müsse aber noch klären, ob die Usselner Sänger durch die Umbauten nicht beeinträchtigt würden. Außerdem sei in Usseln ein kleiner Anbau geplant. Die Gesamtinvestitionssumme beträgt 259 500 Euro. Zurzeit gibt es im Upland 40 Plätze für Kinder unter drei Jahren – fünf in Eimelrod, zehn in Usseln in altersübergreifenden
Gruppen, zehn in Schwalefeld und 15 Plätze in Willingen in Krippengruppen. Eine entscheidende Veränderung teilte Bürgermeister Trachte am Rande des Gesprächs mit: „Im nächsten Jahr sollen die Kindergärten in der Gemeinde Willingen auch in Ferien, an Feiertagen und am Wochenende geöffnet haben“, kündigte er an. Damit wolle die Gemeinde auf die besondere Situation im Upland eingehen, wo viele Eltern in der Gastronomie beschäftigt seien. „Noch ist dieser Plan politisch nicht entschieden“, sagte Trachte, „schließlich müssen wir ihn auch finanziell stemmen können“.

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