Vöhl

Kirchen für die Zukunft rüsten

- Vöhl-Kirchlotheim (resa). Sie gehören zu den teuersten Projekten vieler Kirchengemeinden: die Sanierungen der Gotteshäuser. Auch in den Vöhler Kirchspielen stehen sie auf der Tagesordnung. Während sich in Harbshausen Kirchengemeinde und politische Gemeinde uneins sind, haben die Kirchlotheimer vorgesorgt. Mit diesem Teil endet die Serie.

Sie thront nicht über den Dächern des Ortes, ist nicht prunkvoll und protzig: Und doch ist die kleine Kirche in Harbshausen ein Schmuckstück. Sie reiht sich an der Dorfstraße ein und nur ihr kleiner Turm mit der mehr als 250 Jahre alten Glocke lässt um ihre Bedeutung ahnen. „Die Kirche ist für uns in Harbshausen Gottesdienstraum, aber auch ein Ort mit kulturellem und gemeinschaftlichem Wert“, sagt Ortsvorsteherin Claudia Woll. Weil sich politische und kirchliche Gemeinde aber seit mehr als zehn Jahren uneins sind über die Zuständigkeit, bleiben viele Dinge, die getan werden müssten liegen. An einigen Stellen kämpft das alte Gemäuer mit der Feuchtigkeit, Putz müsste ausgebessert werden und die Bänke könnten einen Anstrich gebrauchen.

„Die Zuständigkeit liegt bei der politischen Gemeinde“, erklärt Pfarrerin Gisela Berger auf WLZ-FZ Nachfrage. Denn als sich vor zehn Jahren in allen Vöhler Ortsteilen kirchliche und politische Gemeinden darauf einigen, dass die Kommune ihre Baulast durch regelmäßige Zahlungen ablöse, ergab sich in Harbshausen ein Sonderfall. Ebenso wie in Basdorf gehörte das Gotteshaus nämlich der politischen Gemeinde. Während die Kirchengemeinde das Gebäude in Basdorf für eine symbolische Summe kaufte, stimmte der Kirchenvorstand in Harbshausen nicht zu. „In der Kirche waren durch das Verschulden der politischen Gemeinde Schäden entstanden“, erklärt Pfarrerin Berger. Erst nachdem die bereinigt seien, könne die kirchliche Gemeinde der Übernahme zustimmen und damit die volle Verantwortung für das Gebäude übernehmen.

„Wir haben unsere finanzielle Schuld aber durch die Baulastablösung getilgt“, sagt Bürgermeister Harald Plünnecke. Deswegen sehe er keinen Anlass, für die Arbeiten in der Kirche aufzukommen. Also übernehmen weder Kirchengemeinde noch politische Gemeinde die Kosten für die Ausbesserungen. „Wir würden uns freuen, wenn sich die Zuständigkeitsfrage klären würde“, sagt Claudia Woll, „und wir würden auch selber mit anpacken“. Sie hofft, dass noch in diesem Jahr eine Lösung gefunden wird. Währenddessen ist das zweite Gotteshaus im Kirchspiel Kirchlotheim für die Zukunft gerüstet.

„Hier haben wir in den vergangenen 20 Jahren sobald es notwendig war, Ausbesserungen vorgenommen“, erzählt Pfarrerin Gisela Berger. Der Fußboden sei ausgebessert, eine neue Heizung eingebaut, die Elektronik erneuert worden. Die Orgel wurde renoviert, drei neue Glocken in den Turm gehängt und auch der Innenraum auf den neuesten Stand gebracht. „Auch das Dach wurde neu geschiefert“, blickt die Pfarrerin zurück. Schneefanggitter wurden auf dem Dach des Kirchenschiffes angebracht, ein Kruzifix gekauft, am Taufstein gearbeitet.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 14. Januar

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