Sachsenberger Molkerei beendet nach 94 Jahren ihre Produktion

Aus für kleinste Molkerei Nordhessens

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Die Sachsenberger Molkerei hat die Produktion aufgegeben.

Lichtenfels-Sachsenberg - Die Sachsenberger Molkerei hat ihren Betrieb eingestellt. Das bestätigte der Geschäftsführer Klaus-Jürgen Ochse gestern auf Nachfrage der WLZ-FZ.

Wieder ein Betrieb weniger, der lokale Rohprodukte lokal verarbeitet und lokal vermarktet: Die Molkerei in Sachsenberg, die es seit 1919 gab, und die Klaus-Jürgen Ochse zusammen mit seiner Frau Angela seit 2006 führte, hat ihre Tore geschlossen. Mit neun Mitarbeitern hatte die kleinste Molkerei Nordhessens rund fünf Millionen Liter Milch verarbeitet, die ausschließlich aus der Region kamen. Nach dem Motto „Warum der Natur etwas hinzufügen“ stellten die Mitarbeiter von Vollmilch über Butter und Sahne sowie Ziegenkäse bis hin zum Kochkäse alles selbst her.

Zu den Hintergründen der Schließung wollte Klaus-Jürgen Ochse gestern gegenüber der WLZ-FZ keine Details äußern. Doch in den vergangenen Jahren machte er immer wieder deutlich, wie schwer es kleine Molkereien haben, auf dem lokalen Markt nachhaltig Fuß zu fassen. Der Molkereimeister sah sich schnell hohen Hürden gegenüber. Noch vor zwei Jahren erklärte er gegenüber der Heimatzeitung, dass die lokalen Einzelhändler die Produkte seiner Molkerei nur zögerlich in ihr Sortiment aufgenommen hätten. „Wir hatten uns mehr versprochen“, sagte Ochse damals, als er sich 2011 mit seinem Betrieb als eines von 21 Unternehmen im Landkreis der „Milch- und Käsestraße“ angeschlossen hatte. In seinem Laden neben der Molkerei verkaufte er neben Milchprodukten auch Grundlebensmittel für den täglichen Gebrauch - was den Sachsenbergern vor allem in der schwierigen Zeit zugute kam, als der Supermarkt geschlossen war. Schließlich machte dem Betrieb auch das Verbraucherverhalten zu schaffen: Dem Willen, regional einzukaufen, folgt eher selten die Tat - steht eine Entscheidung an, greift die Mehrheit zum Billigprodukt vom Discounter.

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