Jugendliche aus acht Nationen nehmen an Europäischem Jugendcamp in Harbshausen teil

So klingt Völkerverständigung unter Sportlern

Vöhl-Harbshausen - 100 Jugendliche, acht Nationen, ein gemeinsamer Sommer: Seit Anfang der Woche wird im Sportjugendcamp bei Harbshausen Völkerverständigung gelebt und Vorurteile werden ausgeräumt – fast nebenbei.

Die Stimmung in Europa brodelt. Da schimpfen die Griechen auf die Deutschen, die Franzosen beschweren sich über die Portugiesen und der Kontinent spaltet sich in Länder, die Unterstützung brauchen und diejenigen, die sie geben. Im Sportjugendcamp in Harbshausen ist davon nichts zu spüren. „Denn wenn die Jugendlichen hier ins Gespräch kommen, dann verstehen sie ganz schnell: Das ist ein junger Menschen mit Sorgen und Problemen wie ich selbst“, sagt Peter Brinks von der Sportjugend Hessen. Und so findet in dem Camp der Hessischen Sportjugend in diesen Tagen Völkerverständigung wie sie im Buche steht statt. Einmal im Jahr laden die teilnehmenden Vereine aus ganz Europa zum Camp ein und auch die Sportjugend spricht diese Einladung an die Partner in aller Welt aus. 100 Jugendliche aus Italien, Russland, Spanien, Schweden, Portugal, Deutschland, Polen und Tschechien haben sich in diesem Jahr auf den Weg gemacht – mit allen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. „Natürlich bringen sie auch ihre Sorgen mit“, sagt Brinks. Und dazu gehören eben auch Geldprobleme oder Angst vor der Arbeitslosigkeit. Vor allem aber haben sie Lust zur Begegnung im Gepäck. Und so spielt die eigene Nationalität am Ende gar keine große Rolle mehr, wenn die Jugendlichen aus ganz Europa sieben Tage lang ihre Grenzen im Sportcamp austesten. Dann ist Teamwork gefragt und dann hilft Eduardo aus Italien eben Maria aus Spanien beim Seilklettern und gemeinsam bestehen sie Aufgaben, die ihnen gestellt werden – auf dem Land und zu Wasser. Seit Sonntag sind die Jugendlichen in Harbshausen zu Gast, genießen das Wasser im See, die Sommersonne und die lockere Stimmung im Camp. Sie verständigen sich auf Englisch oder mit Händen und Füßen, sie schließen Freundschaften, erkennen, was sie unterscheidet und verbindet. Jeden Abend lädt eine andere Gruppe zu einem landestypischen Abend mit Informationen und Spielen ein. Das Thema dieses Jahr im Camp lautet „Integration im und durch Sport in Europa“. Und auch dazu sollen sich die Jugendlichen Gedanken machen. Wie können auch bildungsferne Jugendliche integriert werden? Welche Rolle spielen Nationalitäten? Und wie werden Menschen erreicht, die außerhalb stehen? Gestern Vormittag besuchten dann Daniel May (Grüne), Heinrich Heidel und Wolfgang Greilich (FDP), Ernst-Ewald Roth (SPD) und Reiner Jäkel vom Hessischen Jugendring das Camp. Auch sie lernten dort, wie Völkerverständigung unter Sportlern klingt.

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