Rohbau steht, Kräne abgebaut · Krankenhaus hat weitere Investitionen für Altbau und Landeplatz geplant

Klinikanbau liegt voll im Zeitplan

Korbach - Rund 20 Millionen Euro investiert das Stadtkrankenhaus zur Erweiterung und Modernisierung. Der Rohbau ist pünktlich fertiggestellt.

Fast ein Jahr lang beherrschten Kräne die Szenerie am Korbacher Krankenhaus, diese Woche rückten die stählernen Riesen ab. „Der Rohbau ist planmäßig abgeschlossen“, zieht Geschäftsführer Wolfgang Kluß Zwischenbilanz. Nunmehr geht es ans Innenleben des millionenschweren Projekts, das für die Hansestadt nach zwölf Jahren ein ambitioniertes Ziel verwirklicht: ein komplett neues Krankenhaus mit modernen Stationen und deutlich verbesserter medizinischer Ausstattung. Einen Quantensprung fürs traditionsreiche Korbacher Hospital brachten bereits die beiden Bauphasen zwischen 2001 und 2008. In Phase drei entstehen bis Sommer 2015 weitere neue Pflegestationen, Küche, Labor bis hin zur neuen Intensivstation. Insgesamt addieren sich diese Investitionen auf über 50 Millionen Euro, mit denen sich die Klinik weit in die Zukunft rüstet. Thema war die Entwicklung des Krankenhauses als gemeinnützige GmbH diese Woche auch im Haupt- und Finanzausschuss des Parlaments. Stadtkämmerer Ralf Buchloh skizzierte dabei die Eckdaten für den aktuellen Neubau. Knapp 15 Millionen Euro der Gesamtsumme steuert das Land Hessen bei, rund 5,2 Millionen muss die Klinik aus der eigenen Kasse zahlen. Die Rücklagen sind stattlich, zudem hat die Klinik nach WLZ-Informationen auch 2013 einen Überschuss erwirtschaftet – weit über eine Million Euro. Vorsorglich kalkuliert Geschäftsführer Wolfgang Kluß rund zwei Millionen Euro an zusätzlichen Kosten für die laufende Bauphase ein. Zum einen liegen die Kalkulationen für den Anbau bereits einige Jahre zurück und die Baukonjunktur brummt derzeit. Zum anderen wollen sich Stadt und Krankenhaus zusätzliche Optionen für die Zukunft offenhalten. So wurde ein Durchgang im neuen Gebäude breiter angelegt als ursprünglich vorgesehen. Dies soll eine spätere Erweiterung des Krankenhauses leichter ermöglichen. Mit dem Einzug in den neuen Trakt werden zugleich Räume im Altbau an der Enser Straße frei, für die es verschiedene Überlegungen gibt. Sie reichen von weiteren Arztpraxen über eine Umsiedlung der Krankenpflegeschule bis zur Ansiedlung der Kinder- und Jugendpsychiatrie (Vitos), schildert Kluß. Auch ein Umzug der Verwaltung vom Gebäude am Enser Tor hinauf zur Klinik wäre denkbar. Die Entscheidungen sind noch nicht gefallen, aber zumindest soll Geld für diese zusätzlichen Investitionen bereitstehen. Daneben läuft weiterhin die Operation „Luftlandeplatz“. Zu Beginn der Planungen sollte der alte Hubschrauber-Landeplatz auf dem Gelände zwischen Enser Straße und Schillerstraße verlegt werden. Die Nähe zu den Wohnhäusern und Anforderungen der Luftsicherheit machen dies jedoch schwierig (wir berichteten).Der Neubau hat deshalb die nötige Tragkraft auf dem Dach, um Hubschrauber auch dort landen zu lassen. Etliche große Kliniken in Deutschland sind mit solchen „Tellern“ auf einem Stahlgerüst über dem Dach ausgestattet. Für die Hessenklinik ist ein Landeplatz auch deshalb wichtig, weil das Korbacher Krankenhaus ein „regionales Traumazentrum“ für akute Unfallversorgung ist. Nach jetzigem Stand würde der Landeplatz auf dem Dach zusätzlich rund drei Millionen Euro kosten. Allerdings ist auch darüber noch nicht entschieden. „Solange wir keine Fördermittel bekommen, wird auch nicht gebaut“, verweist Kluß auf einen Zuschussantrag beim Land Hessen. Eine längerfristige Nutzung des Landeplatzes am Feuerwehrstützpunkt wird in der Hansestadt ebenfalls weiterhin diskutiert. Das Terrain am Südring wird derzeit als Ausweichstandort für fliegende Krankentransporte genutzt.

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