Stadt Lichtenfels verschickt einen informativen Ratgeber an Frauchen und Herrchen

Knigge für Hundehalter

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Andre Gutmann, Joleen Isken und Uwe Steuber präsentieren den Ratgeber, den die Stadt Lichtenfels an alle Hundehalter geschickt hat. Er ist auch im Internetauftritt der Stadt veröffentlicht. Foto: md

Lichtenfels - Freilaufende Hunde, Tretminen, lautes Gebell - die meisten Hundehalter gehen verantwortungsbewusst mit ihren Tieren und Mitmenschen um, doch manchmal gibt es auch Beschwerden. Um das Miteinander zu verbessern, hat die Stadt Lichtenfels einen Hunde-Knigge herausgegeben.

„Immer wieder erreichen die Verwaltung Beschwerden über Hunde und ihre Halter“, erklärt Bürgermeister Uwe Steuber. Vor allem die vielen Hinterlassenschaften auf Gehwegen, Spielplätzen und in Grünanlagen seien ein großes Ärgernis für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, sagt Andre Gutmann, der seit Anfang September offiziell Leiter des Haupt- und Ordnungsamtes der Stadt Lichtenfels ist. Als Steuber im Internet einen Hunde-Knigge entdeckte, den eine andere Kommune veröffentlicht hatte, war ihm klar: „Das ist auch was für uns. In Lichtenfels ist das Problem nicht etwa größer als in anderen Kommunen, aber wir wollen damit doch für mehr Rücksichtnahme werben“.

Miteinander verbessern

Joleen Isken aus Neukirchen, die im Rathaus ein Praktikum absolviert, übernahm die Aufgabe, den Knigge auf Lichtenfels zuzuschreiben - auf viereinhalb DINA4-Seiten hat sie zusammengefasst, wie sich Konflikte rund um den Hund leicht vermeiden lassen, das Miteinander von Hunden und Menschen besser gelingt. So geht sie auf rechtliche Fragen ein, wie sie etwa die so genannte Gefahrenabwehrordnung des Landes Hessen regelt und Pflichten des Hundehalters beschreibt. Dazu gehöre, dafür zu sorgen, dass der Vierbeiner seine Notdurft nicht auf Gehwegen, Spielplätzen, in Grünanlagen oder in fremden Vorgärten verrichte.

Selbst auf landwirtschaftlichen Flächen außerhalb der Ortschaften sorge Hundekot mitunter dafür, dass der Grasschnitt nur noch bedingt als Futter verwendet werden könne. Im Knigge wird daher explizit an Hundehalter appelliert, das Problem zu vermeiden, indem sie eine Plastiktüte und eine kleine Schaufel mitnehmen und die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners beseitigen. „Im Rathaus in Lichtenfels können spezielle Hundekotbeutel abgeholt werden - sie sind bei uns kostenlos erhältlich“, erklärt der Ordnungsamtsleiter.

Weniger Unsicherheiten

Außerdem sollten Hunde außerhalb des eigenen eingefriedeten Grundstücks nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. Auf Wegen jenseits von Ortschaften sollte der Hund immer in Ruf- und Blickkontakt bleiben, kommen Radfahrer oder andere Spaziergänger vorbei, sei es geboten, den Hund anzuleinen. Außerdem sei der Hund so zu halten, dass sich niemand durch anhaltende Tiergeräusche gestört fühle. Jeder Hund belle und jaule mal, das sei normal, sagt Andre Gutmann. Doch wenn sich das über längere Zeit hinziehe, weil das Tier etwa über lange Zeit zu Hause allein sei, dann könne das für die Nachbarschaft sehr störend sein. Auch da sei Abhilfe zu schaffen.

Explizit wird an Hundehalter appelliert, durch Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein dazu beizutragen, „dass sich Hunde- und Nichthundehalter mit mehr Toleranz und Respekt und dadurch auch mit weniger Angst und Unsicherheit begegnen“, steht im Knigge, der an alle Hundehalter in Lichtenfels verschickt wurde.

Von Marianne Dämmer

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