Mittelständler rechnet nicht mit Auftragsausfällen wegen Corona

Kocos-Messtechnik in Korbach verbreitet Optimismus: „Kurzarbeit planen wir nicht“

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Zu tun hat Kocos-Messtechnik in Korbach derzeit reichlich. In der Produktion ist die aktuelle Lage in der Welt nicht zu spüren, V orstandschef Thomas Becker rechnet mittelfristig nicht mit Auftragsausfällen.

Der Korbacher Messtechnik-Hersteller Kocos rechnet trotz der Auswirkungen des neuen Coronavirus mittelfristig nicht mit Auftragsausfällen.

Es ist ruhiger geworden in den Büros am Südring: „Wir haben die Möglichkeiten für Homeoffice erweitert, wo es die Internetbandbreite zulässt“, sagt Vorstandschef Thomas Becker. Statt Meetings gibt es Videokonferenzen, die Abstände zwischen den Mitarbeitern, die noch in den Büros sitzen, sind erhöht, Dienstreisen stark eingeschränkt worden. Auch für ausreichend Handhygiene hat das Unternehmen gesorgt.

Viele Kunden des Mittelständlers haben offenbar in den Krisenmodus umgeschaltet. „Wir bemerken an den Auftragseingängen, dass die Kunden nicht mehr so erreichbar sind“, sagt Becker. Von totaler Krisenstimmung kann aber beim Korbacher Unternehmen keine Rede sein. „Wichtig ist, keine Panik zu verbreiten aber das Notwendige zu tun“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Die Gelassenheit hat vielleicht auch mit der Branche zu tun, in der Becker unterwegs ist: Strom kommt zwar aus der Steckdose – aber vor allem bei Industrie, EDV und Medizin kommt es darauf an, wann und in welcher Qualität er abgezapft wird. Die Kocos-Messtechnik in Korbach liefert dafür weltweit Mess-Systeme.

Kocos entstand 1988 als „Korbacher Computer-Systeme“. Aus dem Computergeschäft entwickelte sich unter Regie von Thomas Becker in den 1990er-Jahren ein völlig neues Unternehmen, das sich auf die Mess- und Prüftechnik für die Energiebranche spezialisierte.

Parallel hat Kocos mit optischer Messtechnik weltweit Nischen für die Chipindustrie und Prüftechnologie für Auto-Katalysatoren erobert. Die Kocos-Gruppe beschäftigt rund 200 Mitarbeiter weltweit. Ein wichtiger Neubau für Automatisierungstechnik entstand 2010 im thüringischen Weimar. In den vergangenen Jahren hat Kocos neue Märkte im Mittleren Osten erschlossen und unter anderem 2013 eine Niederlassung in Bahrain gegründet.

Zu tun hat Kocos derzeit reichlich, in der Produktion ist die aktuelle Lage in der Welt nicht zu spüren. „Unsere Projekte haben Vorläufe bis zu einem Jahr“, sagt Becker. Das die Corona-Krise mit Verzögerung bei Kocos ankommt, befürchtet Becker allerdings nicht: Er gehe er davon aus, dass mit dem Abebben der Einschränkungen die Kunden ihre geplanten Investitionen nachholen werden. Für die Mitarbeiter eine gute Nachricht: „Kurzarbeit haben wir nicht vor“, sagt der Vorstandschef.

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