Rhenegge feiert mit vielen Gästen 351. Freischießen

Königliches Wir-Gefühl

Diemelsee-Rhenegge - Mit einem bunten historischen Festzug feierten die Schützen aus Rhenegge am Sonntag mit Hunderten Gästen ihr traditionelles Freischießen. Am Montag küren sie am Schießstand den Nachfolger von König Frank I. Müller.

Durch das Dorf schallen die ersten Trommelschläge, dann gesellen sich Flötenmelodien dazu: Die Schützen haben das Regiment in Rhenegge übernommen. Am Samstagabend ziehen sie in schmucken Uniformen, flankiert von Reitern und Musikern, zum ersten Mal nach fünf Jahren wieder durch geschmückte Tore und herausgeputzte Straßen Richtung Schützenhalle. Viele Rhenegger sind bereits zum Auftakt des großen Freischießens dabei.Und doch ist es vor allem ein Aufwärmen für den großen Festsonntag, dem Tag von König Frank Müller und seiner Königin Daniela. Die schmucken Majestäten sorgen gestern Mittag auf dem Schützenplatz für viel Applaus und große Begeisterung. Gut aufgelegt marschieren sie die Reihen der Schützen ab, präsentieren die glänzende Königskette und nehmen schließlich in der Kutsche Platz. Die kann sich sehen lassen – mit Kutscher Heinrich Wilke, zwei schwarzen Pferden in Bestform und einer großen, beeindruckenden Krone. Gut gelaunt macht sich das Königspaar gleich hinter den Vorderreitern Lars Brücher, Fritz Heinrich Rest und Bernd Wilke auf den schweren Kaltblütern auf den Weg durch das Dorf.

„Ihr habt uns durch 
diese wundervollen fünf 
Jahre getragen“

Hier warten bereits viele Zuschauer, die auch aus den benachbarten Dörfern nach Rhenegge gekommen sind, auf die Regenten und ihr eindrucksvolles Gefolge. Besonderer Hingucker: die historischen Uniformen. Ob Landsknechte oder Reiter, der „Alte Fritz“, die „Langen Kerls“ oder die Salutgewehrgruppe: In feinem Zwirn präsentieren sich die Schützen ihrem Publikum. Das gilt auch für die Jüngsten. Während einige der Mädchen die ehrenvolle Aufgabe haben, 25 der insgesamt 34 Plaketten des Schützenkleinods zu tragen, haben andere die schönen neuen T-Shirts und Kappen angezogen, das Gewehr geschultert und zeigen in der Schülerkompanie, dass der Schützengesellschaft um die Zukunft nicht bang sein muss. Königlicher Besuch hat sich aus Wirmighausen und Adorf auf den Weg zu den Gastgebern gemacht: Reinhold und Christine Kalhöfer-Köchling glänzen ebenso im Festzug wie Markus und Tanja Bornemann. Dafür, dass beim Marschieren niemand aus dem Takt kommt, sorgen Spielmannszüge aus Essentho, Adorf, Korbach und Westheim. Die Zugführung übernimmt in diesem Jahr übrigens zum ersten Mal Jochen Gumprich. Unter dem Jubel der Zaungäste erreichen die Schützen und ihre Ehrengäste den Aulsch. „Wir freuen uns, dass so viele Menschen hier sind“, betont dann König Frank I. und erinnert an jenen Schuss vor fünf Jahren, der ihn zum König machte. „Damals waren wir gar nicht so sicher, ob wir das hinbekommen“, räumt er ein. Aber fünf wundervolle Jahre lägen nun hinter ihnen. „Ihr habt uns durch diese Zeit getragen“, bedankt er sich bei den Schützenbrüdern, „das war ein starkes Wir-Gefühl“. Und das wird auch im Laufe des Festabends in der Halle gefeiert – bevor die Kompanien um Mitternacht zum Zapfenstreich antreten.Heute suchen die Schützen nun am Schießstand einen neuen König. Der Festzug soll dann um 14 Uhr starten, die traditionelle Polonaise um 19.30 Uhr.

Von Theresa Demski

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