Straßenbauarbeiten am Bahnhof verursachen Staus · Taxi-Fahrer bitten um Nachsicht

„Kommen nicht mit Absicht zu spät“

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Korbach - Seit rund einer Woche laufen die Bauarbeiten für einen neuen Kreisverkehr am Knotenpunkt Flechtdorfer Straße/Am Hauptbahnhof. Das führt wie von der Stadt erwartet zu Staus. Das bekommen auch die Taxifahrer zu spüren.

Um 7.50 Uhr soll Taxifahrer Thomas Junker eigentlich in der Sudetenstraße sein. Ein Fahrgast hat bei dem Unternehmen vorbestellt. Junker, der seit 23 Jahren Taxi fährt, ist aber kurzfristig noch mit einer Kundin aus der Gelsenkirchener Straße unterwegs. Eigentlich kein Problem. Eigentlich passt das in seinen Fahrplan. „Ich weiß, wie lange eine Stadtfahrt dauert.“ Eigentlich. Der Bau des Kreisels Flechtdorfer Straße/Am Hauptbahnhof/Ermighäuser Weg bringt den Fahrplan derzeit durcheinander.

Vom Bahnhof in den Stau

Vor allem in den Stoßzeiten, zum Beispiel zwischen sieben und acht Uhr morgens, würden auf den Umleitungsstraßen lange Staus entstehen. Berufsverkehr und Schulverkehr treffen dann aufeinander. Das berichtet Elke Marczewski-Rohn. Sie ist Inhaberin eines Korbacher Taxi-Unternehmens. Besonders betroffen seien die Briloner und die Arolser Landstraße.

Verspätungen bei den Fahrten seien dann kaum zu verhindern. Die meisten Taxifahrer starten vor dem Hauptbahnhof. Wegen der Bauarbeiten führt der einzige Weg von dort in Richtung Arolser Landstraße, wo sich im schlechtesten Fall am Kreisel bereits alles staut. „Das ist das Nadelöhr, und da stehen wir dann erst mal“, sagt Thomas Junker.

Der Stadt machen Junker und Marczewski-Rohn keinen Vorwurf. Der Bau von Kreisverkehren sei wichtig. Sie bitten ihre Kunden um Verständnis. Denn manche hätten bei Verspätung patzig reagiert. „Natürlich ist es ärgerlich, wenn jemand seinen Zug verpasst, aber wir machen das ja nicht mit Absicht“, so Elke Marczewski-Rohn. Verständnis und frühzeitiges Planen seien wichtig. Am Dienstag musste sie einem potentiellen Fahrgast absagen. Der bat um kurzfristigen Transport zum Bahnhof und fragte, ob das Unternehmen garantieren könne, dass er seinen Zug bekommt. Im Normalfall sei das möglich, unter den derzeitigen Umständen aber nicht. „Wenn wir das garantieren und der Gast den Zug verpasst, dann müssen wir hinter der Bahn herfahren“, erklärt die Unternehmensinhaberin.

Für mehr Rücksicht

Wenn sie die Baustelle umfahren, wird das für die Kunden und auch für das Unternehmen teurer. Bei täglich mehreren hundert Fahrten summieren sich die Kosten zum Beispiel für Sprit.

Einen Großteil der Fahrten hat das Taxi-Unternehmen morgens und vormittags. Die Fahrer bringen Kinder mit Behinderung zur Schule, Dialyse-Patienten in die Praxen und Kranke ins Krankenhaus. „Die meisten denken bei Taxiunternehmen an die Fahrten am Wochenende, aber das macht nur einen kleinen Teil aus“, beschreibt Junker die Bedeutung der Touren am Morgen. Deswegen würden sich die Taxifahrer gerade während der Baustellen-Phase über mehr Rücksicht der anderen Verkehrsteilnehmer freuen. Zum Beispiel dann, wenn wegen des Staus die Einfahrt in den Kreisverkehr an der Arolser Landstraße nur schwer möglich ist. Auch von den Seitenstraßen sei es für die Autos schwierig, auf die überfüllte Straße einzubiegen. „Da wäre es gut, wenn mehr Leute auf das Reißverschlussverfahren zurückgreifen würden“, wünscht sich Elke Marczewski-Rohn.

Das unterstützt auch Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland. Dort gehen Fragen und Beschwerden zur Verkehrsführung ein, wobei es Beschwerden bislang kaum gegeben habe. Auch beim Stadtbus würde bis auf kleinere Verspätungen alles funktionieren. „Durch die Bauarbeiten kann es gerade in der Anfangsphase während der Stoßzeiten zu Wartezeiten kommen, aber dabei handelt es sich meistens nur um ein paar Minuten“, sagt Vahland.

„Wird sich relativieren“

Er geht davon aus, dass sich das Problem weiter relativieren werde. Ortskundige Fahrer würden mit der Zeit vermehrt den Baustellenbereich umfahren. „Trotzdem kann ich den Appell der Taxifahrer nur unterstützen. Alle sollten gegenseitig aufeinander Rücksicht nehmen.“ Bei der EWF, dem Betreiber der AST-Taxis, sind von den ausführenden Unternehmen bislang keine Beschwerden eingegangen.

Thomas Junker hat über Funk einen Kollegen gefunden, der rechtzeitig in der Sudetenstraße ist. Die Logistik bei Taxi-Unternehmen ist wegen der engen Zeitpläne sehr wichtig, eine Baustelle macht die Planung nicht leichter.

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