Vöhl

Mit Kompetenz gegen Computersucht

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- Vöhl-Herzhausen (lb). Cybermobbing, Computersucht und gewaltverherrlichende Spiele: Damit haben sich Schüler, Lehrer und Eltern beim ersten „Tag der Medienkompetenz“ an der Ederseeschule auseinandergesetzt.

Computer und Internet gehören bei Jugendlichen schon lange zum Alltag – und meistens sind das Surfen in sozialen Netzwerken und das Spielen am PC auch kein Problem. Doch manchmal gerät die Sache aus dem Ruder. Cybermobbing etwa sei durchaus auch an der Ederseeschule ein Thema, sagt Schulsozialarbeiterin Svenja Lotze: „Da werden Videos hochgeladen, Beleidigungen und Drohungen über soziale Netzwerke ausgesprochen.“ Andere Jugendliche wiederum kommen vom Bildschirm nicht mehr los, vernachlässigen Freunde und Hobbys. „Ich werde immer wieder von Eltern angesprochen, deren Kinder zu viel Zeit vor dem Computer verbringen“, sagt Lotze. Damit es erst gar nicht so weit kommt, hat die Schule gemeinsam mit dem Diakonischen Werk und unterstützt von einer Krankenkasse den ersten „Tag der Medienkompetenz“ ins Leben gerufen.

In drei Arbeitsgruppen erstellen 21 Schüler der 9. Realschulklasse Präsentationen zu den Themen „Cybermobbing“, „Computersucht“ sowie „Gewalt und Medien“, die sie am Abend den Eltern zeigen. Betreut werden sie dabei von Philipp Theis und Rolf Isermann vom Projekt „Real Life“, einem Beratungsangebot der Diakonie Kassel für all diejenigen, die einen problematischen Umgang mit den neuen Medien haben oder als Angehörige und Freunde Unterstützung und Rat suchen. „Wir möchten die Jugendlichen für das Thema sensibilisieren“, sagt Mediensuchtberater Theis. Sie sollen ihr eigenes Verhalten kritisch unter die Lupe nehmen.

Nachmittags ist ein Seminar­ für das Kollegium geplant. „Über 20 Lehrer angemeldet“, freut sich Ulrike Ritter von der Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werks. Und abends ist ein Elternabend anberaumt. Für ihre Präsentation dort recherchieren die Jugendlichen intensiv. Mit Computersucht beschäftigen sich etwa Tabea Zembellini und Louisa Mai Janssen. „Es ist ein spannendes Thema“, sagen beide. „Wir zeigen, wie man helfen kann und dass es verschiedene Therapien gibt.“ Dass die Eltern mit ins Boot geholt werden, ist für Ulrike Ritter besonders wichtig: „So wirkt der Tag nachhaltig.“

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