Betroffene Familien zeigen Verständnis

Konfirmationen und Kommunionen fallen aus: So reagieren die Kirchen und die Jugendlichen

Da war die Vorfreude noch groß: Die Vöhler Konfirmanden haben ihren Unterricht bereits abgeschlossen, auf die Feierlichkeiten müssen sie nun jedoch warten.
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Da war die Vorfreude noch groß: Die Vöhler Konfirmanden haben ihren Unterricht bereits abgeschlossen, auf die Feierlichkeiten müssen sie nun jedoch warten.

Die Vorfreude war groß, die Planungen zum größten Teil abgeschlossen – Die Konfirmationen und Kommunionen mussten nun jedoch aufgrund der Corona-Krise erst mal abgesagt werden.

Zwei der Konfirmanden sind Lea-Sophie Eisenberg und Nico Emde, die mit der WLZ über die Absage ihrer Konfirmation sprechen. „Die Verschiebung wurde uns Mitte März schriftlich mitgeteilt“, sagt Nico, „geahnt haben wir es aber natürlich schon früher.“ Eine Nachricht, die bei der Gruppe Enttäuschung auslöste. Lea-Sophie erzählt: „Wir waren alle sehr traurig, haben die Entscheidung aber verstehen können. Nico fügt hinzu: „Die Feierlichkeiten fallen ja nicht aus, sondern werden lediglich verschoben.“

Dennoch sei es eine schwierige Situation für ihre Familien, denn es war schon alles organisiert. „Mein Outfit habe ich natürlich schon gekauft und auch die Einladungen verteilt“, sagt Lea-Sophie. Auch bei Nico hängt der Anzug bereits im Schrank, die Einladungen hat er jedoch erst mal nur mündlich ausgesprochen.

„Wir haben uns bewusst dazu entschieden, noch keine Einladungskarten zu verteilen“, sagt er, „doch die Location haben wir schon eine Weile gebucht. Wir wollten in Marienhagen in einem Gasthaus feiern, was wir leider absagen mussten.“ Ähnlich ist die Situation bei Lea-Sophie. Auch sie wollte mit ihrer Familie nicht zu Hause feiern. „Wir hatten bereits ein Dorfgemeinschaftshaus für diesen Tag gebucht. Ein Caterer sollte eigentlich die Verpflegung übernehmen.“

Nun mussten die beiden Konfirmanden ihren Gästen absagen, denn für beide wäre es auf keinen Fall in Frage gekommen, den Tag in einer kleineren Gruppe zu verbringen.

„Ohne meine Großeltern hätte ich diesen Tag nicht gefeiert“, betont Nico, „sie sind mir sehr wichtig und ich wäre deshalb traurig gewesen, wenn sie nicht hätten kommen können.“

Lea-Sophie fügt hinzu: „Indem wir die Verschiebung des Gottesdienstes akzeptieren, können wir etwas dazu beitragen, dass sich diese Krankheit nicht zu sehr ausbreitet, und wir dann hoffentlich sehr bald unsere Konfirmation mit allen Gästen nachholen können.“ 

Kirchengemeinden im Zwiespalt

Eine Konfirmation zu verschieben, keine leichte Entscheidung für den Vöhler Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg. „Ab dem 17. März waren wir verpflichtet alle Gottesdienste abzusagen“, berichtet Eisenberg. Daraufhin habe der Kirchenvorstand beschlossen, die Konfirmationen zu verlegen. Die Familien seien zudem schriftlich benachrichtigt worden. „Bereits zuvor erhielt ich viele Anrufe. Die Fragen waren immer gleich“, sagt er, „wie wird es denn nun kommen?“ 

Einen Nachholtermin habe er in diesem Zusammenhang aber noch nicht genannt. „In unserer Region Vöhl und Waldeck wie auch in weiten Teilen des Kirchenkreis Eder sind wir der Meinung, dass es zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht und unseriös ist, bereits ein präzises Datum zu nennen“, sagt der Vöhler Pfarrer, „Wir müssen abwarten, wie sich die Pandemie entwickelt und können erst dann Entscheidungen treffen.“ 

Die Stadtkirchengemeinde Korbach geht mit diesem Thema anders um. Auch dort wurden zwar die geplanten Feierlichkeiten abgesagt, neue Termine stehen jedoch bereits fest. „Wir möchten die Konfirmationen im September nachholen“, berichtet Pfarrerin Manuela Wolske. Ein Grund für die frühe Bekanntgabe der neuen Termine sei die Situation der betroffenen Familien. „Es soll eine Planbarkeit gegeben sein, da ein solches Fest nicht in wenigen Wochen organisiert werden kann. Die Familien sind mit unserem Vorgehen sehr zufrieden“, sagt sie. Klar sei jedoch auch, dass die Feierlichkeiten im Herbst unter Vorbehalt stehen. Wolske betont: „Wir hoffen, dass es spätestens ab Sommer wieder möglich ist Gottesdienste zu feiern. Sicher sagen können wir das aber nicht.“

Auch Kommunionen betroffen

Nicht nur Konfirmationen fallen aus, auch die Kommunionsfeiern mussten in Waldeck-Frankenberg abgesagt werden. „Seit Oktober 2019 bereiten sich 46 Kinder im Raum Korbach auf die Feier ihrer Kommunion vor“, berichtet Gemeindereferentin Mechtild Essenberger, die unter anderem für die Kirchengemeinden Korbach und Hillershausen zuständig ist. 

Dort waren die Gottesdienste für den 19. April geplant. „Nachdem die Schulen geschlossen wurden, haben wir uns entschlossen die Feierlichkeiten zu verschieben“, sagt die Referentin. Der neue Termin stehe noch nicht endgültig fest. Klar sei jedoch, dass die Kommunionen auf jeden Fall erst nach den Sommerferien nachgeholt werden.

 „Die Eltern haben wir schriftlich über diese Entscheidungen informiert“, so Essenberger, „sie alle haben Verständnis gezeigt, auch wenn es nicht einfach ist, ein lang geplantes Fest in der Familie einfach zu verschieben.“ Auch die Kommunionkinderfreizeit in Hardehausen, die vom 3. bis 5. April stattfinden sollte, ist entfallen. 

Essenberger sagt: „Das ist natürlich sehr schade für die Kinder. Wir haben uns dennoch alle Mühe gegeben, sie auch in dieser Zeit zu beschäftigen.“ Die Kinder haben jetzt vor Ostern einen Brief bekommen. Darin finden sie nicht nur eine Nachricht der Kirchengemeinde, sondern auch ein Comic-Heft, das sie ausmalen können. Inhalt sind natürlich biblische Geschichten. Außerdem bekamen sie zu Beginn der Kommunions-Vorbereitung ein Buch, in dem sie Wissenswertes zum Glauben nachlesen können. 

„Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit den Kindern und hoffen, dass wir dann eine schöne Kommunion feiern können.“ Bis es soweit ist, bleibt die Kirchengemeinde aber auch weiterhin mit den Familien telefonisch in Kontakt und leitet alle wichtigen Informationen weiter. sk

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