Korbach/Kassel

Konjunktur: Export sorgt für mehr Optimismus

- Korbach/Kassel (jk). Nordhessens Wirtschaft ist im Aufwärtstrend – das zumindest zeigt der IHK-Geschäftsklimaindex. Vor allem steigende Exporte bescheren wieder Optimismus. Der Einzelhandel dagegen ist skeptisch.

Nordhessens Wirtschaft scheint die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise besser zu bewältigen als viele andere deutsche Regionen. Nach fast drei Jahren der Talfahrt ist in etlichen Branchen der Optimismus zurückgekehrt. Dies ist das Fazit beim aktuellen Konjunkturbericht der Industrie- und Handeslkammer Kassel. Thomas Rudolff, IHK-Geschäftsführer für Kommunikation, Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier und IHK-Präsident Dr. Martin Viessmann (Allendorf/Eder) präsentierten das Konjunkturbarometer diese Woche. Erstmals seit 18 Monaten stieg dabei der wirtschaftliche Klimaindex wieder auf über 100 Punkte – und damit in den „positiven“ Bereich. Ein Wert von aktuell 102,1 Punkten zeigt zwar bislang nur ein zartes Pflänzchen für die Konjunktur, aber im Vergleich zu 67,8 Punkten zum Jahresbeginn 2009 hat sich die Stimmung in der Wirtschaft allgemein deutlich erholt. „Wenn ich von Optimismus spreche, dann sind zumindest die Horrorszenarien vorbei“, erklärte Rudolff. Dabei sei Deutschland insgesamt viel besser durch die Krise gekommen als etwa Spanien, Portugal, Griechenland oder Irland. So verzeichne Spanien gegenwärtig rund 20 Prozent Arbeitslosigkeit. Entscheidend für den Aufwind in Nordhessen ist die verstärkte Auslandsnachfrage. So trägt die Industrie (Index: 103,3 Punkte) mit ihren Exporten als „Konjunkturlokomotive“ entscheidend bei. Banken sehr zufrieden Die beste Stimmung herrscht hingegen beim Kreditgewerbe. In der Bankenlandschaft liegt der Geschäftsklimaindex mit 138,1 unter allen Branchen am höchsten. Just also die Branche, die international ausschlaggebend war für die Finanzkrise. Auch der Einzelhandel zeigt sich mit einem Index von 102,6 Punkten stabil. Viele Unternehmen signalisieren aktuell eine gute oder zumindest befriedigende Lage. Doch im Gegensatz zu Industrie und Banken blickt der Handel „mit einer gehörigen Portion Skepsis in die Zukunft“, resümierte Rudolff. Das in Waldeck-Frankenberg wichtige Gastgewerbe stagniert bei 98,1 Punkten im nordhessischen Klimaindex. Und das Baugewerbe fällt mit 81 Punkten sogar deutlich ab. Hier hat offenbar auch der strenge Winter die Lage getrübt. Mit Blick auf das laufende staatliche Konjunkturprogramm haben die kleineren Handwerksbetriebe dabei offenbar höhere Erwartungen als die Bauindustrie, um bei öffentlichen Projekten zum Zuge zu kommen. Fazit der Industrie- und Handelskammer: „Die Wirtschaft steht am Scheideweg.“ Im Sog des Exports könnte die deutsche Wirtschaft weiter Fahrt aufnehmen. Hier wirkt auch die zuletzt massive Abwertung des Euros, die deutsche Produkte außerhalb der Eurozone günstiger macht. Eine Entwarnung für den Arbeitsmarkt gebe es hingegen noch nicht.Zudem verdeutlichte IHK-Präsident Dr. Martin Viessmann, dass auch die Industrie nach allen Prognosen erst 2013 wieder das Niveau von 2008 erreichen werde.

Mehr in unserer Zeitungsausgabe vom 12. Februar.

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IHK-Konjunkturbericht

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