26-Jährige half drei Hauptangeklagten beim Marihuana-Transport aus Holland und verkaufte selbst Drogen

Zur Kontrolle bei Drogentransporten dabei gewesen

Korbach - Die Hauptverhandlung gegen drei Angeklagte, die Drogen in größerem Stile in Holland eingekauft und in Korbach gelagert haben sollen, läuft noch vor dem Landgericht Kassel. Das Korbacher Amtsgericht beschäftigte sich gestern mit einer der Helferinnen.

Der 26-Jährigen wurde vorgeworfen, bei Kurierfahrten zwischen März und April 2010 dabei gewesen zu sein. Zudem soll sie selbst Marihuana weiterverkauft haben. Die Angeklagte räumte direkt zu Beginn der Verhandlung einen Großteil der Vorwürfe ein.

So habe sich die Gruppe, immer wenn sie dabei gewesen war, an Wochenenden mit zwei Autos auf den Weg nach Groningen in die Niederlande gemacht. Bei vier Kurierfahrten war sie dabei. In einem gemieteten Wagen wurde das gekaufte Marihuana transportiert. Die junge Frau aus einem Edertaler Ortsteil steuerte den Begleitwagen – meist ihr eigenes Auto. Mit ihr unterwegs war ein Beifahrer. An der Grenze überprüften die beiden, ob die Polizei Kontrollen durchführt – und warteten dort auf den Anruf der Fahrer des Transportfahrzeuges. War die Luft rein, machte sich der Tross mit frisch gekauftem Marihuana auf den Weg nach Korbach, wo die Drogen in einem Bunker versteckt wurden.

Für ihre Fahrdienste bekam sie einen geringen Anteil der Drogen, sie selbst kaufte aber auch so bei den Händlern. Was sie dann mit den Drogen machte, war eine Frage, die den Staatsanwalt beschäftigte. Denn dieser wollte nicht so recht glauben, dass die Angeklagte die Drogen kaum gewinnbringend weiterverkaufte. Die 26-Jährige gab an, innerhalb von sechs Wochen – nachdem sie keine Kurierfahrten mehr durchführte – in neun Fällen insgesamt rund eineinhalb Kilogramm Marihuana verkauft zu haben. Abnehmer waren ein Freund und eine Verwandte. Zudem war ein Teil für den Eigenkonsum gedacht. Sie habe höchstens 50 Cent pro Gramm mehr gegenüber dem verlangt, was sie selbst für die Drogen bezahlen musste, so die Edertalerin. „Solche Mengen gibt man ja nicht mal eben an ein paar Freunde ab“, wunderte sich der Staatsanwalt.

Dass der Gewinn beim Verkauf des Marihuanas für die Angeklagte nicht groß war, bestätigte auch eine Kriminalbeamtin, die als Zeugin auftrat. Freund und Verwandte der Angeklagten wurden von der Polizei bereits vernommen. Beide machten zu den Preisen ähnliche Angaben wie die 26-Jährige.

Nachdem also die Fragen nach ihrer Aufgabe bei den Kurierfahrten und ihrem Verdienst beim Drogenverkauf geklärt waren, blieb noch das Strafmaß. Hierbei kam das Schöffengericht um den Vorsitzenden Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling der Forderung des Staatsanwaltes nach. Die Angeklagte wurde zu einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Hinzu kommt eine Geldstrafe von 2400 Euro und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Ihr zu Lasten bewertet wurde, dass sie um den Sinn der Kurierfahrten immer wusste. Allerdings ist die 26-Jährige nicht vorbestraft und – was noch wichtiger ist: Bei der Hauptverhandlung in Kassel hat sie bereits umfangreiche Aussagen gemacht, die für den Prozess gegen die drei Haupttäter von Bedeutung sind. (tt)

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