Nach Kritik und einem WLZ-Anruf folgt eine Pflanzaktion

Kopfschütteln über Kies-Vorgarten sorgt für Reaktion des Kreisbauernverbands 

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Die Fläche am Haus des Kreisbauernverbandes war einst mit Kies angelegt worden, was einer WLZ-Leserin missfiel. Unsere Zeitung leitete die Kritik weiter an den Verband, der daraufhin die Pflanzaktion durchführte

Mit einer Pflanzaktion hat der Kreisbauernverband Waldeck an seiner Geschäftsstelle in Korbach den mit Kies angelegten Vorgarten naturnah umgestaltet. Er reagierte damit auf die Kritik einer Leserin, die sich zuvor bei der WLZ gemeldet hatte. Unsere Zeitung konfrontierte den Verband daraufhin mit der Beanstandung.

Es war Ende März, als sich eine WLZ-Leserin, die namentlich nicht genannt werden möchte, telefonisch in unserer Redaktion meldete. Die Frau ärgerte sich über den mit Kies angelegten Vorgarten an der Geschäftsstelle des Kreisbauernverbandes Waldeck in der Strother Straße in Korbach. „Gerade der Kreisbauernverband, der immer wieder auf seine Verbundenheit zur Natur hinweist, müsste doch mit gutem Beispiel vorangehen und den Vorgarten mit Pflanzen ausstatten“, sagte sie und fügte hinzu: „In Korbach haben wir doch schon genug Schotterflächen und Steingärten, da muss sich der Kreisbauernverband nicht auch noch einreihen.“

Die Reaktion

Unsere Zeitung konfrontierte den Kreisbauernverband (KBV) daraufhin mit der Kritik der WLZ-Leserin. KBV-Geschäftsführerin Stephanie Wetekam berichtete, dass der vor etwa zwei Jahren angelegte Vorgarten aus Kies das Ergebnis der Prüfungsarbeit eines angehenden Gartengestalters gewesen sei.

„Er hatte uns zuvor gefragt, ob er auf unserem Gelände einmal etwas ausprobieren könne. Zugegeben: So ganz glücklich sind wir mit dem Resultat nicht – gerade auch nach der nun geäußerten und verständlichen Kritik“, sagte Wetekam in einem ersten Telefongespräch mit der WLZ. Wenige Stunden später folgte ein zweiter Anruf, diesmal rief Stephanie Wetekam in der WLZ-Redaktion an. Sie kündigte an, dass der Kreisbauernverband die Kritik ernst nehme und zeigen wolle, dass man es besser könne. „Wir werden deshalb gemeinsam mit Kindern von befreundeten Landwirten eine Pflanzaktion durchführen und den Vorgarten an unserem Haus in der Strother Straße naturnah gestalten“, sagte sie. Das Ganze soll als Auftakt der offiziell am 3. Mai beginnenden Blühstreifen-Aktion verstanden werden. „An diesem Tag werden 1300 Grundschulkinder gemeinsam mit Landwirten Blühstreifen in Waldeck-Frankenberg anlegen“, so die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes.

Die Pflanzaktion

Die Pflanzaktion des Vorgartens an der Geschäftsstelle des Kreisbauernverbandes, zu der Stephanie Wetekam auch unsere Zeitung eingeladen hatte, fand daraufhin am vergangenen Samstagvormittag statt. Einige Landwirte aus Korbach und Umgebung – darunter auch Hessens Bauernpräsident Karsten Schmal – ließen gemeinsam mit Kindern den Kies-Vorgarten verschwinden. Auf einem neu aufgeschütteten Erdreich legten sie ein Staudenbeet, eine bienenfreundliche Blühhecke sowie einen Totholzhaufen und ein Insektenhotel an.

Auf seiner Facebook-Seite postete der Kreisbauernverband noch am gleichen Tag unter anderem folgenden Satz: „Auch wir als KBV sind jetzt mal ganz selbstkritisch und wissen, dass unser Vorgarten verbesserungswürdig ist. Also haben wir heute mit Kindern angepackt, geräumt, Erde verteilt, gepflanzt und gesät.“

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