Korbach

Korbach bleibt weiterhin „flüssig“

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- Korbach (jk).Von sprichwörtlichen finanziellen „Wundern“ ist die Stadt deutlich entfernt. Doch steuert Korbach aus der Finanzkrise viel früher ans rettende Ufer, als vor zwei Jahren noch befürchtet.

Nein, er sucht keinen neuen Job als Verkehrspolizist. Aber auf der finanziellen Datenautobahn winkt Stadtkämmerer Ralf Buchloh freundlich durch: Alle Ampeln auf Grün, so heißt dieser Tage seine wiederkehrende Devise.3,2 Millionen Euro neue Schulden und ein Defizit von 6,6 Millionen Euro, das waren die Prognosen im Korbacher Haushaltsplan für 2011. Beides sind rote Zahlen – ob Schulden oder Defizit. Doch die Ursachen für die Miesen sind höchst unterschiedlich.

Neuverschuldung bezeichnet neue langfristige Kredite (etwa für Bauvorhaben) abzüglich der Tilgung für alte Kredite. Haushaltsdefizit ist dagegen eine rechnerische Bilanzposition, die beispielsweise auch den Werteverzehr (Abschreibungen) von Immobilien und Maschinen einschließt. So kann die Bilanz einer Stadt ein millionenschweres Loch aufweisen – trotzdem ist aber noch genug Geld in der Kasse, um den Verpflichtungen nachzukommen.

Die Stadt Korbach wird dies auch 2011 bewerkstelligen, muss also das Girokonto (Kassenkredite) nicht überziehen. Im Gegenteil: Läuft das Jahr 2011 weiter wie bisher, dann dürfte die Kreisstadt zu Silvester abermals um einen Millionenbetrag besser dastehen als befürchtet. Für derlei vorsichtige Finanzplanung ist Korbach seit Jahrzehnten bekannt. Im Parlament kam zuletzt die städtische Halbjahresbilanz auf den Tisch. Dabei signalisierten Kämmerer Ralf Buchloh und Bürgermeister Klaus Friedrich etwa höhere Einnahmen bei der Gewerbesteuer (über 7 Millionen Euro), aber auch ein leichtes Plus bei Einkommensteuer und Umsatzsteuer (rund 8 Millionen Euro).

Bleibt die Kreisstadt in diesem Trend, dann dürfte sie die Talsohle der Finanzkrise deutlich früher durchschreiten: Statt 2016 verbucht Korbach vermutlich schon 2013/2014 kein Defizit mehr im Etat. Dabei hilft auch das sogenannte „Haushaltssicherungskonzept“: Die vom Parlament 2010 einhellig verabschiedete Streichliste sieht Einsparungen von insgesamt rund 2,7 Millionen Euro für 2011 und 2012 vor.

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