Um- und Anbau in einem Zuge wahrscheinlich

Korbach: Dritte Gruppe für neue Kita in der Friedrichstraße

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Baustart ist in wenigen Wochen: Das ehemalige Pfarr- und Gemeindehaus in der Friedrichstraße in Korbach soll zu einem Kindergarten umgebaut werden.

Korbach – Das frühere evangelische Gemeindehaus in der Friedrichstraße wird zu einer Kindertagesstätte umgebaut. Geplant sind zwei Gruppen für rund 450.000 Euro. Außerdem gibt es eine Option auf eine dritte Gruppe für Kinder unter drei Jahren (U3), die in einem neuen Anbau untergebracht werden soll.

Möglicherweise wird die Option für die dritte Gruppe gleich zu Beginn gezogen: Denn Zuschüsse aus Wiesbaden können für das gesamte Projekt nur einmal beantragt werden, wie Bürgermeister Klaus Friedrich am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss erläuterte. Das Land Hessen fördert den Umbau mit bis zu 300.000 Euro pro Gruppe aus dem Topf „Kinderbetreuungsfinanzierung 2018 – 2020“. Der geplante Anbau für die dritte Gruppe soll deshalb mit in den Antrag einfließen, um die Fördermittel zu sichern.

Zwar kann der Anbau auch noch nach dem Umbau realisiert werden, die zugesagten Gelder verfallen nicht sofort. Doch: „Der Bedarf ist da. Wir werden so oder so nicht umhinkommen, die dritte Gruppe zu bauen“, sagte Friedrich.

Der 120 Quadratmeter große Erweiterungsbau würde mit zusätzlich 500.000 Euro zu Buche schlagen, die im aktuellen Haushalt noch nicht vorgesehen sind. Irritiert zeigte sich Helmut Schmidt (SPD), dass die Mittel für die dritte Gruppe noch nicht im vor sechs Wochen beschlossenen Haushalts- und Investitionsplan angesetzt waren. „Ein Versäumnis“, räumte der Bürgermeister ein.

Arno Wiegand (FDP) äußerte unterdessen die „dringliche Bitte“, den Anbau gleich umzusetzen. Das sei zum einen technisch einfacher, zum anderen gestalte sich ein Anbau im laufenden Betrieb schwieriger.

Das ist bislang in der Friedrichstraße geplant: Der Gebäudekomplex mit Pfarr- und Gemeindehaus ist zum Teil denkmalgeschützt. Er soll in der äußeren Grundstruktur erhalten bleiben. Der Eingang erhält einen Windfang, das Pflaster wird barrierefrei gestaltet.

Das ehemalige Pfarrhaus wird aus brandschutztechnischen Gründen nur im Erdgeschoss für die Mädchen und Jungen genutzt. Geplant ist hier ein Gruppenraum mit Garderobe und Waschraum für bis zu 20 Kinder. Das Obergeschoss bietet Platz für Personal- und Besprechungsräume sowie einen Aufenthaltsraum für Eltern, deren Kinder sich in der Eingewöhnungsphase befinden. Der Keller wird ausschließlich für Technik und Lager genutzt.

Im eingeschossigen Gemeindehaus sollen in der Nähe des Eingangs ein Bildungsraum für Kinder sowie ein großzügiger Bewegungsraum eingerichtet werden. Letzterer wird durch eine Faltwand vom Kinderbistro abgeteilt. Die angrenzende noch bestehende Küche bleibt erhalten.

Im hinteren Teil des Gebäudes entstehen Personal- und Besucher-Toiletten – davon eine behindertengerecht – sowie der zweite Gruppenraum. Ein weiterer Gruppenraum kann im geplanten Anbau untergebracht werden. Wasch- und Wickelraum sowie der Schlafraum grenzen direkt an die U3-Gruppenräume an.

Der Bauantrag wird laut Bauamtsleiter Stefan Bublak in den nächsten Tagen eingereicht, mit dem Bau soll Ende Mai oder Anfang Juni begonnen werden. Voraussichtlich im März 2020 soll die neue Kindertagesstätte in der Friedrichstraße ihren Betrieb aufnehmen.

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