Bodenfilter in der alten Kläranlage liefern wichtige Ergebnisse, um den Gewässerschutz zu verbessern

Korbach: Forschungsprojekt im Schilf

Bepflanzte Becken an der alten Kläranlage: Schilf an der Oberfläche und eine Kies- und Sandschicht am Boden. Das System soll Wasser zurückhalten (Retention) und zugleich reinigen (Bodenfilter). Foto: Archiv

Korbach. Wissenschaftler der Universität Kassel warten mit bemerkenswerten Ergebnissen eines Forschungsprojektes in Korbach auf. Eine spezielle Filterkombination, deren Wirkungsweise auf dem Gelände der früheren Kläranlage an der Frankenberger Landstraße erprobt wurde, verbessert den Gewässerschutz erheblich. Die Ergebnisse können dazu beitragen, dass künftig bei der Abwasserreinigung erheblich Kosten eingespart werden können.

Wie lässt sich vorgereinigtes Abwasser noch weiter reinigen? Wie können dabei Phosphate, Schwermetalle und Spurenstoffe bis hin zu Arzneimittelresten noch besser abgebaut werden? Diesen Fragen gingen seit 2015 Mitarbeiter des Fachgebiets Siedlungswasserwirtschaft der Uni Kassel in einem deutschlandweit einzigartigen Forschungsprojekt nach. Professor Franz-Bernd Frechen, Leiter des Fachgebiets Siedlungswasserwirtschaft, Oberingenieur Dr. Wernfried Schier und Alina Kosmützky stellten dem Korbacher Magistrat die Resultate vor.

„Vor Beginn des Versuches“, so Dr. Schier, „lief das aus dem Retentionsbodenfilter bei Starkregen überlaufende Wasser direkt in den Kuhbach. Der Bodenfilter wurde vor rund acht Jahren am Standort der ehemaligen Kläranlage errichtet, um das bei Starkregen in den Kuhbach fließende Wasser vorzureinigen.“ Zwischen Ablauf und Kuhbach wurde nun als zweite Stufe die Versuchsanlage der Universität Kassel errichtet. Im Wesentlichen besteht diese Anlage aus zwei hintereinander durchströmten Behältern. Im ersten Behälter, der mit einem eisenhaltigen Granulat befüllt ist, werden Phosphate abgebaut. Mit hoher Effizienz, denn der Ablauf aus diesem Behälter sei nahezu vollständig phosphatfrei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare