200 Schülerinnen und Schüler hören "Vorlesung" in der Stadthalle

Kinder-Uni in Korbach mit Pommes, Pilzen und blinden Passagieren

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Hörten interessiert zu: Rund 200 Schülerinnen und Schüler erfuhren viel über Tiere und Pflanzen, die erst durch den Einfluss des Menschen nach Deutschland gekommen sind.

Das Interesse bei den rund 200 Schülerinnen und Schülern bei der Kinder-Uni in der Korbacher Stadthalle war riesig. 

Außerdem war das Thema der ersten von insgesamt drei „Vorlesungen“ nicht minder interessant. Es ging um Tiere und Pflanzen, die sich mittlerweile in Europa verbreitet haben, die aber ursprünglich nicht hierher gehören. „Neobiota – lauter Aliens in unserem Vorgarten“ lautete der Titel, der natürlich direkt neugierig machte.

Es gab zahlreiche Aspekte, die für die jungen Zuhörer völlig neu waren und die sie überraschten. Als Dr. Kai Füldner ein Foto mit Pommes Frites auf der Leinwand zeigte, konnte damit natürlich jeder im „Hörsaal“ etwas anfangen. Dass die Kartoffel ursprünglich aus Nordamerika stammt und erst später nach Europa gekommen ist, nachdem Kolumbus die Neue Welt entdeckt hatte, sorgte für großes Staunen unter den Schülerinnen und Schülern. 

Erst in Europa wurde die Kartoffel frittiert 

„Die Indianer haben die Kartoffel häufig zubereitet und gegessen. Allerdings haben sie die Knolle gekocht oder gebraten“, sagte der Museumsdirektor und studierte Forstwissenschaftler. Erst in Europa sei sie frittiert und damit zur berühmten Pommes Frites geworden. „Auch die Tomaten stammen ursprünglich aus Nordamerika“, ergänzte Füldner. „Pommes mit Ketchup hätte es ohne die Entdeckung Amerikas also nie bei uns gegeben.“

Kinder-Uni in der Stadthalle: Die „Vorlesung“ hielt Dr. Kai Füldner. Er ist Leiter des Naturkundemuseums Kassel und studierter Forstwissenschaftler. 

Der Experte erklärte den jungen Zuhörern zudem, dass viele Tiere auch während des Zweiten Weltkriegs nach Europa gekommen sind. „Gekämpft wurde damals überall auf der Welt. Folglich wurden auch Soldaten mit Kriegsschiffen über den gesamten Erdball verteilt. Etliche Tiere wurden so als blinde Passagiere auf andere Kontinente und unter anderem auch zu uns gebracht.“

Auch heute breiteten sich Lebewesen weiter aus. „Tankschiffe müssen, wenn sie das Öl abgeliefert haben, bei ihrem Rückweg beschwert werden. Sonst kippen sie bei der Fahrt um. Also wird eine riesige Menge an Meerwasser in spezielle Ballasttanks gesogen“, erklärt Dr. Kai Füldner. „Darin befinden sich natürlich auch Fische, Pflanzen, Seesterne oder Larven, die beim Ablassen des Wassers im angesteuerten Hafen auch wieder ins Freie gelangen. Das sind beste Voraussetzungen, um sich auszubreiten.“

Nicht alle Arten haben hier ihren Ursprung 

Der Museumsdirektor zeigte den Kindern auch viele Fotos von den im Titel des Vortrags genannten „Neobiota“ – also von Tieren und Pflanzen, die von Natur aus nicht in Deutschland vorkommen, sondern erst durch den Einfluss des Menschen zu uns gekommen sind. Er sprach über den Tintenfisch-Pilz, ging auf den für die Menschen gefährlichen Riesenbärenklau ein und erinnerte daran, dass auch der Damhirsch keine einheimische Art sei.

Info:In der aktuelle Staffel der Kinder-Uni stehen noch weitere Vorlesungen am 15. Januar und 19. Februar 2020 (jeweils ab 16.30 Uhr in der Stadthalle Korbach) auf dem Programm. Zunächst geht es um die Frage, wie die Bilder laufen lernten. In der Vorlesung am 19. Februar geht schließlich es um die Frage, was Kuh und Co. brauchen, damit es ihnen gut geht. Weitere Infos unter: www.ksv-eisenberg.de.

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