Arbeitskreis Schule-Wirtschaft organisierte Erfahrungsaustausch

Korbach: Mehr als Akten wälzen - Schüler informieren sich über Jobs im Finanzamt

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Kein Auslaufmodell: Während Dokumente aus Papier im Finanzamt wegen immer mehr elektronischer Daten seltener werden, hat der Beruf des Finanzwirtes aber Zukunft. Das Bild zeigt die Auszubildenden Dimitri Ruf und Theresa Grebe (Mitte) mit der Sachbearbeiterin Tabea Bremmer an einem Teil von Tausenden von Akten.

Korbach. Sein Beruf ist ein typischer Bürojob, sagt Norbert Eierdanz, der in der Servicestelle beim Finanzamt Korbach arbeitet. „Aber ich sitze hier täglich unterschiedlichen Menschen direkt gegenüber.“ Der Kundenkontakt und die verschiedenen Anliegen der Kunden machen seinen Beruf vielseitig.

Bei Norbert Eierdanz gehen die wenigen Einkommenssteuererklärungen ein, die noch persönlich anstatt elektronisch abgegeben werden. An diesem Tag erklären Finanzbeamte den Teilnehmern des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Waldeck-Frankenberg den Weg der Steuererklärung. 

Vor allem aber wollen sie Lust darauf machen, ihren Beruf zu lernen. Und zeigen, dass dieser nicht so verstaubt ist wie viele denken. „Wir wollen Kontakt zu möglichen Arbeitgebern herstellen“, erklärt Cornelia Schönbrodt, Sprecherin des Arbeitskreises.

Das Wissen über mögliche Ausbildungsstätten wollen die Lehrer bei Bedarf an interessierte Schüler weitergeben. Dem Beruf des Finanzwirtes hafte etwas Verstaubtes an, meint eine Teilnehmerin. Dem wollen der Ausbildungsleiter Dietmar Hagemann und sein Team vom Finanzamt Korbach-Frankenberg entgegenwirken.

An den beiden Verwaltungsstellen in Korbach und Frankenberg arbeiten 200 Menschen, 38 werden zu Fachkräften ausgebildet. Finanzwirte werden dringend gesucht, über die Laufbahn als Auszubildender oder über ein duales Studium. Finanzwirte machen mehr als „Akten von links nach rechts schieben“, sagt Ausbildungsleiter Hagemann. „Denn hinter den Zahlen stecken echte Schicksale von Menschen.“

Darin bestätigt ihn Uta Golde, Mitarbeiterin beim Finanzamt: „Jeder Fall, der auf den Tisch kommt, muss nach Recht und Gesetz entschieden werden und hat für die Menschen konkrete Auswirkungen“, sagt sie. Dass Menschen hinter den Zahlen stecken, spüren vor allem die Mitarbeiter der Vollstreckung. 

Sie fordern Zwangsgeld von Steuerpflichtigen ein und stoßen nicht immer auf Verständnis. „Wir führen auch wilde Telefonate“, heißt es von dort. Der Computer nimmt den Finanzbeamten zwar immer mehr Arbeit ab. Denn Steuererklärungen werden vermehrt elektronisch eingereicht. „Aber dadurch bleibt mehr Zeit fürs Fachliche“, sagt Uta Golde.

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