Beobachtungsabend am Amt für Bodenmanagement

Korbach: Mondfinsternis durchs Teleskop bestaunen

Blick ins All: Heiko Mehring (blauer Pullover) ließ die Korbacher schon öfter, hier 2014, durch sein Teleskop schauen. Archivfoto:  Benseler

Korbach. Freitag ist Feiertag für Sternengucker: Es gibt eine totale Mondfinsternis zu bestaunen. Der Vollmond schiebt sich durch den Schatten der Erde, wird dabei erst dunkler und rot und ist vielleicht mitten in der Finsternis gar nicht mehr zu sehen.

Schließlich tritt er wieder aus dem Erdschatten heraus und man kann den Lauf des Erdschattens auf der Mondoberfläche verfolgen. Hinzu kommt, dass der Planet Mars an dem gleichen Abend seine Oppositionsstellung erreicht und damit seine größte Helligkeit.

Die Lengefelder Sternengucker um Heiko Mehring und Christoph Schrey laden Interessierte deshalb am Freitag zu einem öffentlichen Beobachtungsabend ein. Standort ist vor dem Amt für Bodenmanagement an der Medebacher Landstraße. „Von dort aus haben wir eine gute Sicht von Osten über Süden bis Westen“, erklärt Mehring.

Basierend auf einem Screenshot aus dem Planetarienprogramm „Stellarium“ hat Heiko Mehring den Horizont Richtung Lengefeld eingebaut, auf den die Beobachter am Freitag vom Amt für Bodenmanagement aus blicken. Die hellen Planeten und der Mond werden gegen 22.15 Uhr zu sehen sein. Im Westen geht dann gerade die Venus unter, während im Südosten der Mars aufgeht. Fotos/Montage: Heiko Mehring

Gegen 21.30 Uhr wird sich der gerade komplett verfinsterte Mond über die Bäume am Südost-Horizont erheben, das bedeutet, der Beginn der Mondfinsternis ist von Deutschland aus nicht beobachtbar. Die maximale Verfinsterung erreicht er gegen 22.22 Uhr, das Ende der Totalitätsphase ist gegen 23.13 Uhr. „Wir werden ab ca. 21.15 Uhr mit der Beobachtung von Venus und Jupiter mit verschiedenen Teleskopen beginnen. Während wir bei Venus nur ihre Phasengestalt sehen kann, werden wir bei Jupiter dessen vier größten Monde und bei guten Bedingungen auch Strukturen in seinen oberen Atmosphärenschichten beobachten können“, erläutert Mehring. Auch der berühmte „Große Rote Fleck“, ein seit Jahrhunderten bestehender riesiger Wirbelsturm, wird an diesem Abend beobachtbar sein, da er ab 22.25 Uhr der Erde zugewandt ist.

Etwa zwischen 22.30 und 23 Uhr werden durch das Teleskop Blicke auf den Ringplanet Saturn möglich sein. Neben dem Ringsystem werden je nach Himmelsqualität auch bis zu sechs seiner Monde sichtbar sein. Mehring: „Gegen 0.30 Uhr ist auch der Mars in einer Höhe am Himmel, wo wir bei guten Bedingungen Details auf seiner Oberfläche wahrnehmen können, was leider momentan aufgrund eines globalen Sturms auf seiner Oberfläche sehr erschwert wird. Unseren verfinsterten Erdmond werden wir ab seinem Aufgang überwiegend mit einem Fernglas auf einem Stativ beobachten.“

Neben diesen hellen Objekten aus der direkten Nachbarschaft, dem Sonnensystem, werden die Sternengucker auch Beobachtungen auf weiter entfernte Objekte anbieten, wie etwa den Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules, dessen Licht rund 25000 Jahre unterwegs ist, bis es auf der Erde ankommt.

Der Beobachtungsabend findet nur statt, wenn die Objekte nicht durch eine geschlossene Wolkendecke verborgen sind. „Aber die aktuelle Wettervorhersage stimmt uns optimistisch“, kündigen die Veranstalter an. 

Info:www.heiko-schaut-ins-all.de

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