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Korbacher Musikschulleiter Rainer Horn geht in den Ruhestand

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Von: Wilhelm Figge

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In der Korbacher Musikschule organisierte Rainer Horn den Unterricht von 25 Lehrern, an der Trompete blieb er selbst einer davon.
In der Korbacher Musikschule organisierte Rainer Horn den Unterricht von zuletzt 25 Lehrern, an der Trompete blieb er selbst einer davon. © Wilhelm Figge

Nach 31 Jahren geht der Korbacher Musikschulleiter Rainer Horn in den Ruhestand. Im Rückblick habe sich viel verändert, ein „Rundumjob“ sei es immer gewesen.

Korbach – „Man ist Musikschulleiter mit Haut und Haaren, sonst funktioniert das nicht“, sagt Rainer Horn. 31 Jahre lang hat er Unterricht und Abläufe im Haus organisiert, Lehrer gewonnen, für die Schule geworben, Veranstaltungen geplant und gelegentlicher Instrumenten repariert. Doch Ende des Monats ist Schluss: Mit 65 Jahren geht Rainer Horn in den Ruhestand.

Zur Musikschule kam er auf Umwegen, auch wenn er „musikalisch vorbelastet“ sei: Mit elf Jahren trat er ins von seinem Vater gegründete Jugendblasorchester ein, er erinnert sich noch an die Aufregung vor Soli und an kleine Erfolge. So groß sein Interesse an der Musik war, studierte er doch Biologie und Erdkunde auf Lehramt, sein Referendariat absolvierte er an der Alten Landesschule. Dann trafen zwei Dinge aufeinander: die grassierende Lehrerarbeitslosigkeit und sein „größer werdender Wunsch, sich mehr mit der Musik zu beschäftigen, als nur zu spielen und ein Orchester zu leiten.“

Mit 27 Jahren begann er also ein Musikstudium. Parallel unterrichtete er in Korbach das Trompetenspiel, errang eine Festanstellung an der Musikschule und gründete ein Jugendorchester. Die Musikschule wuchs und brauchte schließlich einen hauptamtlichen Leiter: Nach Ende seines Studiums konnte Rainer Horn sich in dieser Position ab 1991 ganz der Musikschule widmen.

Die befand sich auf Wachstumskurs, aus 250 Schülern wurden in zehn Jahren 600 bis 700. Nach der Jahrtausendwende kam es zum Wandel: Der Gedanke „Jedem Kind ein Instrument“ und die aufkommende Ganztagsbetreuung führten zu mehr Zusammenarbeit mit den Schulen; und in den Kindergärten stieg das Interesse an musikalischer Früherziehung. „Die Organisation von Unterricht außerhalb der Musikschule ist ein enormer Zeitaufwand“, berichtet Horn. Der Verwaltungsanteil seiner Arbeit stieg langsam von 4 auf 20 Stunden. Derweil unterrichtete er weiter Trompete, und auch im Sinfonischen Blasorchester Korbach/Lelbach und der Big Band fand er musikalische Spielräume über die Verwaltung hinaus.

Die Corona-Pandemie unterbrach die Entwicklung jäh, ein Viertel der Schüler ging verloren. „Nun haben wir den Tiefpunkt durchschritten, aber es dauert noch zwei, drei Jahre, bis wir wieder bei den zuletzt 850 bis 900 Schülern sind“, erklärt er. Immerhin: Die Schüler, die ihre Instrumente gut beherrschten, blieben meist und auch die Ensembles gibt es noch. Unterricht über Skype und Zoom war derweil schwierig; in der Zeit ohne Mit-Musiker im Orchester verging einigen die Lust.

Er sei froh, dass die Musikschule alle Krisen überdauert habe. Und auch sonst könne er zufrieden damit sein, was an der Musikschule gemeinsam erreicht wurde: Die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten funktioniere sehr gut, auch wenn sie viel Arbeit bedeute. Gute Ensembles habe die Musikschule schon immer hervorgebracht, doch blieben sie mittlerweile besser beisammen. Am Herz gelegen habe ihm die Präsentation der Schule, bei Musikschulfesten sei diese gelungen: Als Beispiele fallen ihm nicht nur die Ensembles ein, sondern auch Ballettgruppen und teils 50 Kinder aus der Früherziehung, die vereint musizierten.

Die Leitung des Sinfonischen Blasorchesters gibt Rainer Horn Ende des Jahres ab, will aber weiter mitspielen. Nun freut er sich darauf, mit seiner Frau auch mal außerhalb der Ferien verreisen zu können. Ein Jahr wolle er etwas kürzer treten und alles weitere erst mal abwarten. (wf)

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