26 Künstler bewerben sich bis zum 12. Juli um den Kunstpreis

Korbach in öffentliche Galerie verwandeln

Korbach - Ein künstlerischer Dreiklang schallte gestern Nachmittag durch das Bonhage Museum: Hanse und Stadt eröffneten die Kunstwoche - gleichzeitig fiel der Startschuss für die Studioausstellungen, die Papierskulpturen und das Filmprojekt „Beginne“ in den Fokus rücken.

Ob beim Einkaufen oder Flanieren: Bis zum 12. Juli können die Korbacher beim genauen Hinsehen in der Innenstadt Kunst entdecken. Kunst zum Genießen und Staunen, zum Streiten und Versöhnen. Denn zur Kunstwoche zeigen 26 Aussteller ihre Werke in Korbacher Geschäftsräumen - und bewerben sich damit gleichzeitig um den Kunstpreis, der mit 3000 Euro dotiert ist.

„Wir wollen der Kunst eine Bühne bieten“, erklärte Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich gestern Nachmittag bei der offiziellen Eröffnung der Kunstwoche im Museum. Er lud Interessierte zu einer „künstlerischen Entdeckungsreise“ ein. Die konnten die Besucher gleich im Museum beginnen. Dort wurden gestern nämlich außer Konkurrenz gleich zwei Studioausstellungen eröffnet. Annemarie Gottfried zeigt ihre Papierskulpturen und das vhs-Kulturforum und die Künstlergruppe artur stellen gemeinsam das Filmprojekt „Beginne“ von Studenten der Fachhochschule Bielefeld vor. Korbacher erzählen darin in Interviewsituationen ihre Lebensgeschichten (wir berichteten). „Mit der Kunstwoche soll Kunst in den öffentlichen Raum gebracht werden“, erklärte der Bürgermeister. Menschen sollen begeistert, Raum zum kritischen Dialog gelassen werden.

Zum dritten Mal stellt die Hanse mit der Aktionswoche die Kunst in den Fokus - gemeinsam mit Sponsoren. Das Preisgeld stellt die Sparkassenversicherung zur Verfügung, die Schirmherrschaft hat Continental übernommen. „Die Kunstwoche hat das Motto ‚Zeitzeichen‘“, erinnerte deren Chef Lothar Salokat. Viele Zeitzeichen habe Korbach gesetzt. „Verlieren wir die Fähigkeit, Zeitzeichen zu erkennen?“, fragte Salokat. Er hoffe, dass die Kunst Mut mache und dazu inspiriere, eigene Zeitzeichen zu setzen.

Auch Dr. Rolf Luhn vom Förderprogramm art-Regio der Sparkassenversicherung erinnerte: „Bei Kunst reden wir über uns selbst.“ Die 26 Kunstwerke würden sich in Korbach allerdings schwer behaupten gegen das, was die Stadt noch zu bieten habe. Einige Einzelhändler hätten den Werken einen passenden Raum gewidmet, andere würden sie eher verstecken. Die Idee, die Stadt in eine öffentliche Galerie zu verwandeln, habe ihn begeistert, ergänzte Dr. Rolf Luhn dann. „So können wir Orte jenseits der Metropolen attraktiv und zukunftsfähig machen.“

Bis zum 12. Juli sind die Kunstwerke in den Korbacher Geschäften - auch bei der Waldeckischen Landeszeitung - zu sehen. Eine Jury entscheidet am Ende darüber, welcher der 26 Künstler den Preis erhält.

Die Studioausstellungen im Museum schließen erst am 7. September wieder ihre Türen.Von Theresa Demski

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