Was mit dem Rex Kino-Center passiert, ist offen · Umstellung auf Digitaltechnik beschleunigt Kinosterben

Korbach seit dieser Woche ohne Kino

Korbach - Licht aus im Lichtspielhaus: Ob das Rex Kino-Center in Korbach eine Zukunft hat, ist fraglich.Vor wenigen Tagen 
flimmerte offenbar 
der vorerst letzte Film über die Leinwand.

Ohne weitere Ankündigung hat das Kino derzeit geschlossen, der Betreiber hatte zuletzt in der vergangenen Woche ein aktuelles Programm veröffentlicht – das nur bis Sonntag reichte. Üblicherweise geht die Kinowoche von Donnerstag bis Mittwoch. Am Gebäude selbst sind keinerlei Hinweise auf eine Schließung zu finden, offenbar wurde aber der Kassenbereich geräumt, und Besucher stehen zu den üblichen Öffnungszeiten vor verschlossenen Türen. Plakate in den Schaukästen werben für den Start längst angelaufener Filme. Ehemalige Mitarbeiter und auch Branchenkreise bestätigten die Schließung des Rex Kino-Centers zum 31. Juli gegenüber der WLZ-FZ. Sehr fraglich sei, ob ein neuer Betreiber einsteige, hieß es. Kinobetreiber Michael Metzmeier selbst war in dieser Woche trotz mehrmaliger Versuche für eine Stellungnahme telefonisch nicht zu erreichen. Laut Eigentümer des Gebäudes in der Bahnhofstraße läuft der aktuelle Mietvertrag noch bis zum 30. November. Was sein derzeitiger Mieter vorhabe, sei ihm nicht bekannt. Bereits 2011 hatte sich Metzmeier vom Kino in Bad Arolsen getrennt. Damit gibt es im Landkreis derzeit nur noch 
in Frankenberg und Willingen 
Kinos, und nur letzteres hat bislang auf digitale Projektionstechnik umgestellt. Die Digitalisierung setzt insbesondere die kleinen Kinos unter zusätzlichen finanziellen Druck, die ohnehin ums Überleben kämpfen. An der Kinokarte selbst ist kaum noch etwas zu verdienen, Popcorn und Cola sichern die Einnahmen. Die Umrüstung von alten Projektoren mit Filmrollen 
zu Hochleistungsbeamern sind trotz Zuschüssen für viele kleine Filmtheater kaum zu stem-
men. Doch neue Filme dürften spätestens vom Ende des nächsten Jahres an ausschließlich 
digital vertrieben werden.Knapp 120 Kinos gibt es derzeit noch in Hessen, insgesamt haben sie noch mehr als 300 Säle. Doch in den letzten drei Jahren haben allein elf Kinos schließen müssen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Neun von ihnen seien jeweils das einzige verbliebene Kino am Ort gewesen, Ersatz sei nicht in Sicht. Mindestens noch einmal so viele Kinos seien weiterhin von der Schließung bedroht.

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