Corona in Waldeck-Frankenberg

Veranstaltungstechniker auch in Korbach im Krisenmodus - Devise: Spontan und flexibel agieren

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Zu den größten Veranstaltungen in Waldeck-Frankenberg zählt jährlich das Korbacher Altstadt-Kulturfest, das dieses Jahr auch wegen der Corona-Pandemie ausfällt. Hier der Auftritt der Band The Monotypes im vergangenen Jahr.

Veranstaltungstechniker im Krisenmodus: „Wir sind die Branche, die als erstes abgeschaltet wurde und wir werden die letzten sein, die wieder anfangen dürfen.“ 

Korbach - „Wir sind die Branche, die als erstes abgeschaltet wurde und wir werden die letzten sein, die wieder anfangen dürfen.“ So schätzt Stefan Müller die wirtschaftliche Lage für sein Unternehmen MW Event  in Korbach ein. Es steht beispielhaft für eine ganze Branche.

Kerngeschäft ist die Veranstaltungstechnik für Messen und Events. Doch die Coronakrise lässt davon nichts zu. In Waldeck-Frankenberg nicht, in ganz Deutschland nicht, ja sogar weltweit fällt alles aus, wo Menschen zusammenkommen wollten und MW Event die Technik bereitstellen sollte. Das Unternehmen ist nach Angaben von Stefan Müller im In- und Ausland tätig. Aufträge führen nach ganz Europa und darüber hinaus, zum Beispiel bis nach Detroit in den USA.

Die Firma ist breit aufgestellt und bietet Dienstleistungen an für Veranstaltungen, seien es große Aktionärsversammlungen, Konzerte oder kleine Geburtstage, internationale Messen oder Produktpräsentationen.

Der Unternehmer beschäftigt 17 Angestellte, davon elf feste. Für die meisten sei nun Kurzarbeit angemeldet worden, denn „hundert Prozent der Aufträge für Veranstaltungen sind abgesagt worden. Und wir wissen nicht, bis wann diese Situation anhält.“

Die erste Absage kam Anfang März. „Da sind wir mit drei Sattelaufliegern mit Technikausstattung zu einem Veranstaltungsort gefahren, und dann hieß es, dass es abgesagt wird. Also wurde alles wieder abgebaut“, berichtet Müller.

Es folgten täglich weitere Absagen für alle Events mit Publikum, bis es zum „völligen Stillstand“ gekommen sei. Fünf Fahrzeuge vom „Caddy bis zum Lkw“ plus Anhänger stehen jetzt meist ungenutzt herum. Erst in den letzten beiden Jahren hatte das Unternehmen kräftig investiert, sämtliche Ton- und Lichtanlagen ausgetauscht und erneuert, berichtet Stefan Müller. Doch er will sich nicht kleinkriegen lassen.

Eine Krise wie diese sei zwar etwas völlig Neues, aber Turbulenzen seien er und seine Mitarbeiter gewohnt. „Wir sind motiviert“, sagt er überzeugt. „In unserer Branche muss man äußerst flexibel und täglich spontan agieren.“ Daher soll es weitergehen. Das Unternehmen versuche nun, verstärkt im Bereich der Elektroinstallationen Fuß zu fassen. So gebe es beispielsweise Aufträge für Netzwerkverkabelungen, Beleuchtungstechnik und Lautsprecheranlagen in öffentlichen Gebäuden und sogar bei Privatpersonen. Stichworte Heimkino und Smart Home.

Die Menge der Aufträge sei aber in keiner Weise mit dem sonstigen Arbeitsaufkommen vergleichbar. Stefan Müller hofft trotzdem, ohne Hilfskredite auskommen zu können, die zurückgezahlt werden müssten, während aber derzeit die entscheidenden Einnahmen ausblieben.

Bislang war es für das Unternehmen stetig bergauf gegangen. Im Jahr 1997 meldete Stefan Müller ein Gewerbe an – als DJ mit Licht- und Tonanlage, „in der Hoffnung, dass ich auch mal eine Anlage vermieten kann“. „Und das hat funktioniert.“ Der Betrieb wuchs. Seit dem Jahr 2010 betreibt Müller das Geschäft im Vollerwerb. Zu den größten Veranstaltungen in Waldeck-Frankenberg zählt jährlich das Korbacher Altstadt-Kulturfest, das dieses Jahr auch wegen der Corona-Pandemie ausfällt.

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