Lions Club Korbach Waldecker Land unterstützt die Finanzierung tiergestützter Therapien 

Korbach: Was der kleinen Martha hilft, ihre Schmerzen zu vergessen

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Soziales Projekt: Der Lions Club Korbach Waldecker Land hat einige Familien mit erkrankten Kindern bei der Behandlung ihrer Kinder mit einer tiergestützten Therapie finanziell unterstützt. 

Korbach. Herumtoben wie andere Kinder in ihrem Alter fällt der kleinen Martha Behle aus Goldhausen zunehmend schwer. Die Sechsjährige leidet an Kinderrheuma, was sie im Alltag und ihrer Entwicklung deutlich einschränkt. Der Umgang mit Pferden verschafft ihren Gelenken Linderung; die Therapie wird jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen.

Aus diesem Grund hat sich der Lions Club Korbach Waldecker Land dazu entschlossen, die Familie Behle und weitere Familien bei der Behandlung ihrer Kinder finanziell zu unterstützen.

Wenn Martha den „Hof mit Herz“ von Nadja Scriba in Goddelsheim besucht, leuchten ihre Augen voller Vorfreude. Denn in der tiergestützten Therapie, die sie mitmacht, rücken ihre Schmerzen für ein paar Stunden in den Hintergrund. Vor zwei Jahren wurde bei ihr eine chronische entzündliche Erkrankung ihrer Gelenke festgestellt – verbunden mit Schmerzen, Rötungen und Schwellungen.

Erkrankung in Schach halten

„Bei ihr sind fast 40 Gelenke betroffen“, berichtet ihre Kinderärztin Dr. Meike Bökemeier, die Mitglied im Lions Club Korbach Waldecker Land ist. „Oft muss sie stationär ins Krankenhaus aufgenommen werden, bekommt Cortisonspritzen und eine spezielle Kältetherapie, die die Erkrankung in Schach halten soll.“ Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang aber die Physiotherapie, um Versteifungen zu verhindern. „Dies ist sehr zeit- und kostenintensiv und von den Familien nicht immer leicht zu stemmen“, weiß die Kinderärztin.

Um Martha und auch anderen Kindern zu helfen, hat sich der Lions Club Korbach Waldecker Land dazu entschlossen, die Therapiestunden, die Nadja Scriba mithilfe ihres Therapiepferds Bonnie abhält, finanziell zu unterstützen. „Die Bewegung des Tieres beim Reiten ist für Martha wie eine Massage. Es ist eine sanfte Physiotherapie“, betont die gelernte onkologische Fachkrankenschwester, die sich mit der tiergestützten Therapie selbstständig gemacht hat.

„Manchmal muss Martha entlastende Schienen an den Händen und Armen tragen oder kann gar nicht laufen. Dann hat sie mit Bonnie die Möglichkeit, sich sanft fortzubewegen und die Gelenke zu entlasten.“

In ihrer Behandlung setzt die Therapeutin auch andere Tiere wie Hunde, Katzen, Enten oder Schildkröten ein. Künftig plant sie, auch Kamele in die Therapie mit aufzunehmen.

Neben Martha unterstützt der Lions Club noch die Therapien dreier weiterer kleiner Patienten – eines Kinds mit schwerer Behinderung nach einer Frühgeburt, eines mit Down-Syndrom und eines, das im frühen Kleinkindalter einen Schlaganfall erlitten hat. „Innerhalb unserer Arbeit liegen uns soziale Projekte in unserer Region ganz besonders am Herzen“, betont der Präsident des Lions Club Klaus-Thomas Tent. „Dazu gehört auch, dass wir in besonderen Fällen auch gern Familien wie die von Martha unterstützen, wenn die finanzielle Belastung zu schwer wiegt.“ (r)

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