Martin Juhasz nahm an Simulation einer UN-Vollversammlung in New York teil

Von Korbach in die Weltpolitik

Ober-Ense/New York - Einmal seine eigenen Eindrücke und Gedanken über das politische Weltgeschehen äußern: Diese Gelegenheit erhielt Martin Juhasz bei der weltgrößten Simulation einer UN-Vollversammlung in New York.

Mit Begeisterung berichtet der ehemalige Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Korbach vom Projekt und seinen Erfahrungen auf internationalem Parkett: „Meine Teilnahme am National Model of United Nations begann für mich in Korbach, genauer gesagt in Ober-Ense“, erzählt der 23-jährige Jurastudent. Tagelang habe er Zuhause die Bewerbungsunterlagen ausgearbeitet und mit einer völkerrechtlichen Analyse der Flüchtlingsproblematik im Nahen Osten versucht, neue Lösungswege für die Vereinten Nationen zu entwerfen. „Die Arbeit bereitete mir zwar große Freude, war aber wegen der Komplexität des Themas nicht immer einfach“, erinnert er sich. Mit erfolgreicher Bewerbung setzte er sein Engagement als Delegierter der Universität Heidelberg fort. Ein Semester lang traf sich die 17-köpfige Delegation der Uni wöchentlich, um die Verfahrensregeln der UN zu studieren und dabei auch an den sprachlichen und rhetorischen Fähigkeiten zu feilen. Bei der Wahl des zu vertretenden Landes hatte sich die Projektleitung ausgerechnet für die Demokratische Volksrepublik Korea entschieden, was den Teilnehmern bereits bei der vorbereitenden Recherche einiges an Mühen abverlangte. Nach Ende der Vorbereitungszeit flogen die Delegierten der Universität Heidelberg für zehn Tage nach New York. Der fünftägigen Konferenz ging im Vorfeld ein intensives Studienprogramm voraus, bei dem unter anderem eine Besprechung mit dem Pressesprecher der ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen und der Besuch einer internationalen Wirtschaftskanzlei auf dem Plan standen. Zumindest teilweise habe sich auch das glamouröse Bild amerikanischer Anwaltsserien im beeindruckenden New Yorker Geschäftsleben wieder gespiegelt, schmunzelt der Student. „Der Höhepunkt der Reise waren jedoch die fünf Konferenztage“, berichtet Martin Juhasz. Schon die Eröffnungszeremonie am ersten Abend mit über 5000 Studenten aus aller Welt sei ein einmaliges Erlebnis gewesen. Die Rolle als Vertreter Nordkoreas verlangte den Delegierten bei ihrer Arbeit in den einzelnen Komitees jedoch einiges an diplomatischem Fingerspitzengefühl, sprachlicher Finesse und rhetorischer Überzeugungskraft ab. Doch seien es gerade diese Herausforderungen gewesen, die die Teilnahme zu einem so motivierenden und lehrreichen Erlebnis machten.Insgesamt sei das Projekt fachlich wie auch sprachlich ein großer Gewinn gewesen und habe gezeigt, dass die aktive Weltpolitik auch von Korbach aus nur ein paar Schritte entfernt liegt.(r)

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