Titel soll erneuert werden

Korbach will "Fairtrade-Stadt" bleiben

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Das Erfolgsmodell: Die fair gehandelte Stadtschokolade gab es bereits in mehreren Editionen. Mit dem Projekt will Korbach an einem Wettbewerb teilnehmen.

Korbach – Seit 2013 ist Korbach „Fairtrade-Town“. Der Titel wird für zwei Jahre vergeben – und muss in diesem Jahr erneuert werden. Die Vorgaben dafür erfüllt die Stadt wohl schon jetzt – doch die Steuerungsgruppe vor Ort möchte gerne noch eine Schippe drauflegen.

„Ich sehe keinen Sinn in einer Rezertifizierung, wenn wir nur auf gleichem Level weitermachen und keinen echten Schritt nach vorne gehen“, sagte Franz Harbecke, Vorsitzender der Steuerungsgruppe, die Korbach auf dem Weg zur Fair-Trade-Stadt begleitet.

Wie der „Schritt nach vorne“ aussehen könnte, hatte zuvor Ann-Kathrin Voge von der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt: So könnte die Stadt fair gehandelte Produkte einkaufen und auf Güter verzichten, die durch ausbeuterische Kinderarbeit oder unter Verletzung sozialer Mindeststandards hergestellt werden und entsprechende Kriterien auch bei Ausschreibungen berücksichtigen. Voge: „Als öffentliche Auftraggeber besitzen Kommunen ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Auch üben sie eine wichtige Vorbildfunktion aus: Hier werden rund die Hälfte der 350 Milliarden Euro verantwortet, die bundesweit für die öffentliche Beschaffung durch Bund, Länder und Kommunen ausgegeben werden.“

Unterdessen hat die Steuerungsgruppe einen Rückschlag hinnehmen müssen: 2014 hatte das Stadtkrankenhaus fair gehandelten Kaffee und Kakao in der Cafeteria und auf den Stationen eingeführt. Bürgermeister Klaus Friedrich kündigte damals bei einem Pressetermin an, faire Produkte auch im Altenpflegezentrum „Haus am Nordwall“ zu verwenden.

Daraus wurde nichts und auch das Stadtkrankenhaus hat sich mittlerweile wieder vom fairen Kaffee verabschiedet. Grund sei ein Wechsel des Lieferanten gewesen, erklärte Tanja Jostes, Sprecherin der Klinik. Der dort angebotene Kaffee habe nicht den geschmacklichen Erwartungen entsprochen.

Die Steuerungsgruppe hat aber auch Erfolge aufzuweisen: Die faire „Stadtschokolade“ habe sich als Renner erwiesen, sagte Dr. Marc Müllenhoff, der die Stadt in der Steuerungsgruppe vertritt. Mit dem Projekt wolle sich Korbach für den bundesweiten Wettbewerb „Hauptstadt des fairen Handels 2019“ bewerben.

Geplant ist ein „Fairer Stadtplan“. In ihm sind Geschäfte und Restaurants aufgelistet, die fair gehandelte Produkte anbieten. Fürs Stadtmarketing neu aufgelegt werden sollen die Rucksäcke aus fair gehandelter Baumwolle, die beim Hessentag an Helfer verteilt wurden.

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