Winziger Zusatz für das Smartphone

Korbacher hat Anwendung erfunden, die bei Insektenstichen hilft

+
„heat_it“ heißt der ständige Begleiter, der Insektenstiche per Anwendung fürs Smartphone behandeln soll.

Mit seiner Idee wagt Lukas Liedtke die Selbstständigkeit. Mit Freunden hat der er eine Anwendung fürs Smartphone entwickelt, die schnell und einfach Insektenstiche behandelt.

Zur „Mückensaison 2020“ soll das Produkt mit dem Namen „heat_it“ auf dem Markt sein, kündigt Lukas Liedtke an. Schon jetzt kann jeder via Crowdfunding das Start-up unterstützen und das winzige Gerät vorab bestellen. Das Geld können sie für den „kostspieligen Produktionsstart“ gut gebrauchen.

„heat_it“ heißt der ständige Begleiter, der Insektenstiche per Anwendung fürs Smartphone behandeln soll.

Der sportliche junge Mann, der 2011 in Korbach Abitur gemacht und nach wie vor einen engen Bezug zu seiner Heimat hat, ist gerne im Freien unterwegs. Daher weiß er, wie nervig Stiche von Mücken, Wespen und Co. sein können. Während eines Kitesurf-Urlaubs an der Ostsee hat er die Behandlung solcher Stiche über Wärme kennengelernt. Das Prinzip hat ihn überzeugt. Doch er fand das Gerät dafür umständlich und zu groß – nicht jederzeit griffbereit. Es juckte ihn, eine Anwendung fürs Handy zu erfinden, „denn das hat jeder immer dabei“.

Der „heat_it“ soll Schmerzen und Juckreiz nach dem „Wirkprinzip der Hyperthermie“ lindern. Über eine App auf dem Handy kann das Gerät nach Bedarf eingestellt werden, je nachdem, ob jemand beispielsweise im Gesicht oder am Fuß gestochen wurde, oder ob es sich bei dem Betroffenen um ein Kind handelt, heißt es vonseiten des jungen Unternehmens.

„Sekundenschnellen Behandlung“

Lukas Liedtke und sein Team setzen somit die Theorie aus dem Maschinenbaustudium gleich in die Praxis um. Der Korbacher hat seine Kollegen Stefan Hotz, Armin Meyer und Christof Reuter am Karlsruher Institut für Technologie kennengelernt. Sie haben zudem alle ein Auslandssemester in den USA verbracht, während dessen sie sich bereits für die Gründung eines Unternehmens interessierten.

Für einen Gründerwettbewerb in Deutschland überzeugte Lukas Liedtke seine damaligen Kommilitonen von seiner Idee: ein Smartphone-Add-on zur „sekundenschnellen Behandlung“ von Insektenstichen. Nach dem Sieg im deutschlandweiten Wettbewerb folgte der internationale Sieg in Hongkong. „Wir haben so viele positive Rückmeldungen bekommen, die uns zeigen, dass das Produkt ankommt.“

Dass die Nachfrage da ist, beweist auch die Tatsache, dass das Crowdfunding-Ziel von 20 000 Euro bereits überschritten ist. „Die große Resonanz freut uns und spornt uns an“, sagt Lukas Liedtke. Solche Motivationsschübe sind nötig, denn eine Firma zu gründen und ein Produkt patentieren zu lassen und auf den Markt zu bringen, sei mehr als ein Vollzeitjob. „Es sind sehr viele Arbeitsstunden, die wir aufbringen, aber es macht ungemein Spaß.“

Ein Medizinprodukt zu entwickeln, sei aufwendig. Doch für den Maschinenbauer, der sich im Master-Studium auf Medizintechnik spezialisiert hat, sicherlich eine perfekte Gelegenheit.

Am 14. August um 19 Uhr wird Liedtke an der Alten Landesschule für die ALS-Akademie einen öffentlichen Vortrag zu den Themen Maschinenbaustudium und Unternehmensgründung halten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare