Sonderausstellung über bekannten Geologen und Archäologen ab Sonntag

Kacheln, Fossilien und eine riesige Goldstufe: „Glanzstücke“ im Bonhage-Museum

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Eine Etage, unzählige Besonderheiten: Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen (von links), Klaus Friedrich, Gerald Berberich, Wolfgang Behle und Holger Kulick in der Ausstellung „Glanzstücke“. 

Hunderte Kisten und Kartons mit dem Nachlass des Geologen und Archäologen Dr. Jens Kulick hatten die Stadt Korbach und der Verein Historischer Goldbergbau Eisenberg Anfang des Jahres gekauft, nun zeigt eine Ausstellung im Bonhage-Museum die „Glanzstücke“ der Sammlung.

Aufwändig verzierte Ofenkacheln, Überreste von Krügen und Schüsseln, Fossilien, Arbeitsmaterialien, Fotos – und natürlich die große Goldstufe: Das gesamte Untergeschoss des Museums nimmt die Sonderausstellung ein, die ab Sonntag, 5. Juli, zu sehen ist. Und dennoch bildet die Schau nur einen Teil des Lebenswerks Kulicks ab. Mit dem Sichten, Sortieren und Katalogisieren des gesamten Nachlasses „sind wir noch lange nicht fertig“, sagte Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen. Einige Besonderheiten, so ist er sicher, werden dabei noch auftauchen. Doch die „Glanzstücke“ seien bereits jetzt in der Ausstellung zu sehen, deren Aufbereitung ein „kleiner Kraftakt“ gewesen sei.

Für Korbach habe Jens Kulick viel bewegt, betonte Bürgermeister Klaus Friedrich. Er habe maßgeblich zur Gründung des Museums beigetragen und dafür gesorgt, dass dieses in der geologischen Fachwelt einen hohen Bekanntheitsgrad habe. Kulick gilt als Entdecker der Korbacher Spalte und der Burgruine Eisenberg. Aus diesen beiden Bereichen sind Stücke zu sehen, ebenso wie aus der Kategorie Gold, so unter anderem auch eine der größten Goldstufen Europas.

Wissenschaftliches, aber auch Privates im Fokus

Doch Völcker-Janssen ist es wichtig, dass nicht nur die Arbeit des Geologen, Archäologen, Heimatforschers und Denkmalpflegers im Fokus steht. Besucher könnten sich auch über den Menschen Jens Kulick informieren. So gebe es sehr viele persönliche Stücke, beispielsweise einen Antrag des gebürtigen DDR-Bürgers, in der Bundesrepublik als politischer Flüchtling anerkannt zu werden.

Der Familie sei wichtig gewesen, dass der gesamte „Goldschatz nicht zerrupft wird“, sondern nach Korbach komme, sagte Holger Kulick, einer der Söhne des Wissenschaftlers. „Jetzt geht nichts mehr verloren.“ Dafür sorgen auch die Mitglieder des Vereins Historischer Goldbergbau Eisenberg. Sie haben ebenfalls Teile der Kulick-Sammlung eingelagert, zusammen mit dem Museum sichte und bewerte man die Stücke, sagt Vorsitzender Wolfgang Behle. Da gehe man Hand in Hand.

Besucher können sich die Sonderausstellung ab Sonntag, 5. Juli, bis zum 16. August im Bonhage-Museum anschauen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 16.30 Uhr. Eintritt: vier Euro, Jugendliche zwei Euro.

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