Ehrungen bei Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Großgemeinde · Vorstand einstimmig wiedergewählt

Korbacher Brandschützer sind sich einig

Bei der Jahreshauptversammlung ehrten die Korbacher Feuerwehren verdiente Mitglieder, darunter Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt (l.). Foto: Wilhelm Figge

Korbach-Rhena - Bei ihrer Jahreshauptversammlung in Rhena demonstrierten die Korbacher Feuerwehren Einigkeit – auch bei den Wahlen ihres Vorstandes um Friedhelm Schmidt.

Mit 191 von 425 aktiven Mitgliedern waren die Korbacher Feuerwehren auf ihrer Jahreshauptversammlung eindeutig beschlussfähig – und bei der turnusgemäßen Vorstandswahl zeigten sie Einmütigkeit: Von den zusammen über 1000 bei sechs offenen Wahlen abgegebenen Stimmen waren lediglich vier Enthaltungen, Nein-Stimmen gab es gar nicht. Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt beginnt damit seine sechste Amtsperiode. Auch seine Stellvertreter Carsten Vahland und Bernd Dittrich sowie Stadtjugendfeuerwehrwart Stefan Casper und dessen Stellvertreter Kerstin Zenke und Markus Block behalten ihre Ämter für fünf weitere Jahre.

Für Schmidt, der seit 25 Jahren im Amt ist, gab es neben seiner Wiederwahl noch einen zweiten Grund zur Freude: Manfred Hankel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, überreichte ihm als ersten Feuerwehrmann in Waldeck-Frankenberg die St.-Florians-Medaille in Gold am Bande – eine Auszeichnung, die lediglich in Einzelfällen und nach strenger Prüfung verliehen wird.

„Sicherheit für 0,3 Cent Stundenlohn"

Die Ehrung des Stadtbrandinspektors war nur eine von 60 Anerkennungen, Auszeichnungen und Beförderungen. Am handfestesten waren die Anerkennungsprämien, welche 31 Feuerwehrmitglieder für ihren Dienst erhielten. Für zehn Jahre waren dies Tanja Asmuth, Elisabeth Becker, Susanne Becker, Heike Behle, Birgit Böhmer, Dirk Emde, Marina Lempart, Caroline Rupprath, Evelyn Rupprath (Eppe), Kerstin Zenke (Goldhausen/Strothe), Christoph Casper (Korbach), Florian Weber (Lelbach), Florian Isenberg, Tobias Isenberg, Daniel Rohde (Meinringhausen), Dominik Vogel (Nieder-Ense) und Alexander Iske (Rhena).

Eine Prämie für 20 Jahre aktiven Dienst erhielten Egon Weller (Eppe), Steffen Bradler, Rainer Matthias, Dr. Christoph Weltecke (Korbach), Patrick Franken (Lengefeld), Carola Kassube (Meineringhausen), Martin Hochbein, Stefan Luft (Nieder-Ense) und Jens Mehring (Ober-Ense). Für 30 Jahre Feuerwehr – die Jugendfeuerwehr wohlgemerkt nicht mitgerechnet – wurden Frank Illian von der Alleringhäuser und Michael Steinberg von der Meineringhäuser Wehr belohnt. Gert Behle und Karl-Heinz Zaparka aus Alleringhausen sowie Karl-Friedrich Schmidt aus Nordenbeck bekamen für 40 Jahre mit 1000 Euro die höchsten Prämien – Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick zog den Vergleich zu Berufsfeuerwehrmännern, die in dieser Zeit 1,6 Millionen Euro gekostet hätten. „Die Freiwilligen arbeiten umgerechnet für 0,3 Cent die Stunde“, erklärte er.

Das Hessische Feuerwehrleistungsabzeichen „Gold Fünf“ ging an Karsten Kühler (Korbach), Melanie Mitsch, Frank Simons, Martin Grebe (Lengefeld), Stephan Schmidt (Meineringhausen), Jonathan Freund, Jan Sponer und Ingo Müller (Nieder-Ense). Für Thomas Zädow aus Rhena lag sein Abzeichen von 2011 bereit.

Für 40 Jahre aktiven und pflichttreuen Dienst ging das goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande an Klaus Schwalenstöcker aus Lengefeld und Wilfried Richter aus Nieder-Ense. Die silberne Variante für 25 Jahre ging an Stefan Dierich, Michael Schalk, Dr. Christoph Weltecke (Korbach), Andre Bauch, Oliver Heckmann, Bernd Jacob (Lelbach), Sascha Franken (Lengefeld), Stephan Klein (Nieder-Ense), Armin Lahme (Ober-Ense), Marcus Pillkahn, Tobias Pillkahn, Jens Schmidt (Rhena), Bernd Emde und Frank Stiehl (Strohte).

Zuletzt wurden drei Feuerwehrmänner befördert: Steffen Bricher aus Nieder-Ense zum Hauptlöschmeister, Wilhelm Schlichtherle aus Hillershausen zum Brandmeister und Bernd Zenke aus Goldhausen zum Hauptbrandmeister.

„Gemeinsam für Sicherheit“

Rasch, aber nicht hektisch gingen die Brandschützer durch das Programm des Abends – schließlich sei es die im Anschluss an den offiziellen Part gelebte Kameradschaft, welche die Korbacher Feuerwehr ausmache, erklärte Friedhelm Schmidt. Der Stadtbrandinspektor ging auf die Veranstaltungen zum 40-jährigen Bestehen der Wehr unter dem Motto „40 Jahre gemeinsam für die Sicherheit“ ein. Das Feierjahr begann mit einem Treffen aller Stadtbrandinspektoren und Stellvertreter der vergangenen 40 Jahre. Besonders viel Lob äußerte Schmidt für den Auftritt des Feuerwehr-Kabarettisten Günter Nuth.

Auch auf die Einsätze des Vorjahres blickte er zurück: 171 mal rückte die Feuerwehr in der Kernstadt aus, 43 mal in den Ortsteilen. Besonders den Gülleeinsatz in Hillershausen hob er hervor: Dieser habe gezeigt, dass die Ortsteilfeuerwehren notwendig seien. Die Fahrzeuge der Kernstadt hätten sich festgefahren, wenn sie an den Bach gefahren wären. Den Ortsteilwehren mit ihren kleineren Fahrzeugen sei zu verdanken, dass keine Gülle in die Aar floss.

Schmidt würdigte die Leistungen insbesondere der Goldhäuser und Lengefelder Wehren bei verschiedenen Feuerwehrleistungsübungen und -wettkämpfen. Er gab auch einen Überblick über die Investitionen des vergangenen Jahres: Rund 680 000 Euro gingen in die Ersatzbeschaffungen von je einem Gerätewagen für Gefahrgut, Pritschenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug und Tragkraftspritzenfahrzeug. Auch in Bau und Sanierung von Gebäuden flossen Mittel, darunter in den laut Schmidt von Piloten gelobten Hubschrauberlandeplatz.

Für 2014 stehen die Feuerwehrhäuser in Lengefeld, Lelbach und Hillershausen auf dem Programm, ebenso wie Mannschaftstransportfahrzeuge für Lelbach und Helmscheid. Die Investitionen in kleine Wehren lobte Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick ausdrücklich: Ohne die flächendeckend aufgestellte Feuerwehr müssten Sprinkleranlagen und Rettungswege installiert werden – die Region wäre für Betriebe wesentlich weniger attraktiv.

Viele Herausforderungen

Aber auch Probleme sprach der Stadtbrandinspektor an: Eine „bodenlose Frechheit“ sei die Kostenverdopplung für die Schaltung der Notrufnummer und die Nachzahlung von 7000 Euro – nur weil die Telekom vergessen habe, Gebühren zu berechnen, wie Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick ergänzte. Bürgermeister Klaus Friedrich lobte, dass Kernstadt und Ortsteile hervorragend ineinander greifen würden. Die hohe Zahl der überörtlichen Einsätze sei aber auch belastend. Und Stadtverordnetenvorsteherin Lieselotte Hiller wies darauf hin, dass „manche Bilder, nur langsam wieder aus den Köpfen der Feuerwehrleute weichen“.

Während die 21 Austritte aus der Jugendfeuerwehr normal seien, wären die lediglich zwölf Neuaufnahmen erschreckend, warnte Stadtjugendfeuerwehrwart Stefan Casper und rief zu mehr Werbung auf. Die Unterstützung aller Wehren sei entscheidend.

Gemeistert habe die Feuerwehr hingegen die Einführung des Digitalfunks – trotz „von höherer Stelle zu verantwortendem Hin und Her“, so Schmidt. Mit Disziplin und Verlässlichkeit hätten rund 200 Einsatzkräfte binnen drei Wochen den Umgang it der neuen Technik gelernt. 60 Prozent der Basisstationen sind in Betrieb, ab nächsten Monat 75 Prozent. Nur wenige Mannschaftstransportfahrzeuge seien noch nicht ausgestattet. Der Probebetrieb ende wohl im April: „Wir sind bestens gerüstet“, erklärte Schmidt. (wf)

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