Florian Gärtner steigt in erste TV-Liga auf: Sonntag läuft „Borowski und die Kinder von Gaarden“

Korbacher dreht „Tatort“

Korbach - Seit seiner Kindheit macht Florian Gärtner Filme. Angefangen hat er ganz klein mit der Super-8-Kamera seines Vaters. Am Sonntag läuft um 20.15 Uhr sein erster „Tatort“ in der ARD.

Deutschland ist Krimi-Land - nicht zuletzt dank der TV-Reihe „Tatort“. Seit 1970 versammeln sich die Deutschen an Sonntagen zur besten Fernsehzeit vor dem Bildschirm und rätseln mit: Wer war’s?

Am Sonntag ermittelt wieder der NDR-Kommissar Klaus Borowski mit seiner Assistentin Sarah Brandt. Die Rollen machten die Darsteller Axel Milberg und Sibel Kekilli zu Topstars.

Gedreht hat diese Folge der Marburger Florian Gärtner. Es ist sein 15. Fernsehfilm als Regisseur und sein erster „Tatort“. Rund 10 Millionen Menschen werden „Borowski und die Kinder von Gaarden“ am Sonntagabend sehen. Gärtner ist damit aufgestiegen in die erste TV-Liga.

Dabei mag er Krimis eigentlich gar nicht so sehr, sagt er. Komödien, Dramen, Tragikomödien - das sei eigentlich sein Genre. Dennoch hat er die Arbeit mit Milberg, Kekilli und den vielen Kindern und Jugendlichen, die in dem Film mitspielen, genossen. Der Kieler „Tatort“ ist auch nicht sein erster Krimi: 2007 drehte Gärtner mit Axel Milberg in der Hauptrolle „Das Feuerschiff“ nach einer Erzählung von Siegfried Lenz. „Das war im Grunde auch ein Thriller.“

Und doch weiß er: „Tatort“ ist etwas anderes. „Ein ,Tatort‘ wird ganz anders wahrgenommen. Es gibt mehr Trubel.“ Und was macht den Reiz eines „Tatorts“ aus?: „Man kann in eine Welt eintauchen, die man nicht kennt“, meint Gärtner. In „Borowski und die Kinder von Gaarden“ ist es die Welt eines Problemviertels mit vernachlässigten Kindern und verwahrlosten Menschen. Diese Welt habe er emotional und authentisch zeigen wollen, sagt der Regisseur.

Hinter der Kamera steht er schon seit seiner Jugend. Angefangen hat er mit der Super-8-­Kamera seines Vaters. Nach dem Abitur am Philippinum studierte er Anglistik und Medienwissenschaften, drehte nebenher immer Filme - anfangs auf „Amateurbasis“, wie er sagt. Das Handwerk lernte er als Cutter und Regieassistent. 1998 gelang ihm der TV-Durchbruch mit „Drachenland“ - einem Fernsehspiel für das ZDF. Hinter der Kamera stand übrigens die Marburger Kamerapreisträgerin Judith Kaufmann.

Seinen ersten „Tatort“ sieht Florian Gärtner wieder als Türöffner für weitere Projekte. „Ich habe mich unheimlich gefreut, als das Angebot kam. Karrieretechnisch ist das ein großer Schritt, da muss man erst einmal reinkommen. Wenn man vorher mal wegen eines „Tatorts“ fragte, dann kam immer die Diskussion: Hat der das denn schon mal gemacht?“ Jetzt wissen alle: Er hat.

Zur Person

Florian Gärtner wurde am 23. April 1968 in Korbach geboren. Er wuchs in Marburg auf und besuchte dort das Gymnasium Philippinum. Er arbeitet als Filmregisseur und Drehbuchautor. Seine Eltern leben in Marburg, er besucht sie zu familiären Anlässen wie ­Geburtstagen, Weihnachten oder Ostern. Schon als Schüler hat Gärtner angefangen zu filmen und damit unter anderem 1989/90 in Marburg „Zeichen und Wunder“ gedreht. Das war sein Türöffner für Fernsehproduktionen.“

Von Uwe Badoin

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