Tödliche unfälle vermeiden

Elektronischer Lebensretter: Korbacher Fahrlehrer setzt sich für Abbiegeassistenten in Lastwagen ein

Sorgt für mehr Sicherheit: Ein kleiner Monitor rechts am Armaturenbrett ergänzt die Spiegel des Fahrschul-Lkw – und leuchtet auch den toten Winkel aus.
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Sorgt für mehr Sicherheit: Ein kleiner Monitor rechts am Armaturenbrett ergänzt die Spiegel des Fahrschul-Lkw – und leuchtet auch den toten Winkel aus.

Immer wieder kommt es zu tragischen Unfällen, weil Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen im sogenannten toten Winkel Radfahrer oder Fußgänger übersehen. Verbände fordern daher elektronische Abbiegeassistenten für Lastwagen, um Unfälle dieser Art zu verhindern.

Korbach – Im MAN von Helmut Schmidt, Fahrlehrer in Korbach und stellvertretender Vorsitzender des Hessischen Fahrlehrerverbands, ist das System mit Außenkamera und Monitor schon installiert. In der Flechtdorfer Straße überholt der Laster eine Radfahrerin. Zunächst ist sie noch in den Spiegeln zu sehen, dann verschwindet sie im toten Winkel. Nur auf dem kleinen Monitor ganz rechts am Armaturenbrett taucht die Frau mit ihrem Rad wieder auf. „Selbst drei Spiegel decken den toten Winkel nicht ab“, sagt der Fahrlehrer.

Schmidt ist deshalb vom Assistenten überzeugt. „Das System mit der Kamera zeigt genau den Bereich“, sagt der Fahrlehrer und deutet auf den Monitor. Er überträgt die Bilder einer kleinen Kamera, die rechts außen über der Beifahrertür montiert ist. Auf dem Monitor sieht der Fahrer die volle Längsseite des Lastwagens – anders als im schmalen Seitenspiegel. Das System, das Schmidt vor gut zwei Wochen nachgerüstet hat, kostet rund 1200 Euro. Aber das sei es wert, sagt der Korbacher: „Weil es Leben rettet.“

Seine Fahrschule ist nach eigenen Angaben die erste im Landkreis, die einen Totwinkel-Assistenten an einem Lkw einsetzt. „Von den Fahrschülern kommt durchweg eine positive Resonanz“, sagt Schmidt. In kurzer Zeit hätten sie sich an den zusätzlichen Monitor gewöhnt. „Auch die Prüfer haben sich sehr positiv über das System geäußert, auch sie haben so Einblick in den toten Winkel.“

Das System hat unterschiedliche Einstellungen. Es kann sich einschalten, wenn der Blinker nach rechts betätigt wird. Schmidt hat es aber auf Dauerbetrieb stehen und damit die rechte Seite seines MAN immer im Blick.

Den Berufskraftfahrer-Alltag bestimmen aber immer noch herkömmliche Spiegel – auch bei neuen Fahrzeugen. Nur für neue Lang-Lkw – sogenannte Gigaliner – ist die Ausstattung mit einem Abbiegeassistenten seit Juli Pflicht. Für alle anderen Lastwagen und Zugmaschinen noch nicht. Ob ein Lkw mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet ist, ist für Schmidt keine Frage der Bequemlichkeit oder der Kosten: „Es müsste Pflicht werden“, sagt er.

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