Trunkenheit am Steuer

Reihenweise Gesetze gebrochen: Vöhler nach krimineller Spritztour verurteilt

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Ende der Reise: Nach mehreren Straftaten rammte der Verurteilte kurz vor Mitternacht eine Verkehrsinsel.

Korbach/Vöhl/Adorf. Wie viele Vergehen können während einer Spritztour geschehen? Ein 22-Jähriger aus Vöhl hat es ausprobiert und musste sich vor Gericht verantworten.

Diebstahl, Urkundenfälschung, Betrug, Fahren ohne Führerschein, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Unfallflucht: Ein 22-Jähriger aus der Gemeinde Vöhl hat im Februar all diese Vergehen bei einer 25 Kilometer langen Spritztour verbunden. Am Korbacher Amtsgericht wurde er  Donnerstag zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der junge Mann gestand im vollen Umfang. „Ich hatte damals Alkoholprobleme“, schilderte er: Zu dieser Zeit sei er arbeitslos gewesen und habe seine Tage damit verbracht, zu trinken. So auch den 22. Februar: Zusammen mit einem Freund hatte er spätestens am Nachmittag angefangen, am Abend kam die Idee für eine Spritztour auf. 

Er schraubte die Kennzeichen an einem in einem Vöhler Ortsteil geparkten Auto ab und befestigte sie am eigenen, bevor er sich ans Steuer setzte – mit 2,1 bis 2,5 Promille und einigen Bierflaschen, aber ohne Führerschein. Er hatte nie einen, das Auto besaß er lediglich zum „basteln“, erklärte er.

In Korbach machten sie Halt: Sie brauchten Benzin. Also zog sich der Fahrer die Kapuze über den Kopf, tankte für 57 Euro, setzte sich wieder ins Auto und verließ das Gelände schnell wieder, wie der geprellte Tankstellenpächter die Aufnahme der Überwachungskamera schilderte.

Sie hatten kein bestimmtes Ziel, sagte der Beschuldigte, die Fahrt führte nordwärts – in leichten Schlangenlinien und stark wechselndem Tempo, wie ein Zeuge aussagte. Aus dem Rückspiegel sah er noch, wie die Reise endete: Der Vöhler rammte eine Verkehrsinsel in Adorf, beide Insassen liefen weg. Der Zeuge rief die Polizei, letztlich kam der Fahrer zurück und behauptete, unter vorgehaltener Waffe zur Spritztour gezwungen worden zu sein, was ihm der zuständige Beamte nicht so recht glauben wollte.

Knapp ein halbes Jahr später räumte der mittlerweile 22-Jährige seine Taten vor Gericht ein: „Das war eine reine Dummheit.“ Er trinke nicht mehr, der Unfall sei genug gewesen: „Ich habe gerafft, dass es so nicht geht. Das hätte auch anders ausgehen können.“ Er akzeptierte das Urteil. 

Es solle als Warnschuss dienen, der dann auch gehört werden müsse, befand der Staatsanwalt. Es ist die erste Haftstrafe, zu der der Vöhler verurteilt wurde, miteinbezogen ist ein anderer Fall von Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Richterin Jana Meyerrose setzte die Strafe zur Bewährung aus. Derweil kann der Mann in den nächsten neun Monaten keinen Führerschein erhalten und muss als Auflage 2400 Euro zahlen – an die Kreisverkehrswacht.

Bildergalerie: 21-Jähriger Vöhler verunglückt in Adorf

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