Ein bisschen mehr Normalität

Korbacher Grundschulkinder haben wieder an fünf Tagen Unterricht

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Je Schüler ein Punkt: Auf dem Schulhof stehen die Schüler mit Abstand auf Markierungen, bevor es geordnet ins Gebäude geht. Links Schulleiter Dirk Osthöver.

Nach Wochen des Zuhause Lernens, der aufgesplitteten Schulklassen und aufgeteilten Unterrichtstage läuft nun seit vergangener Woche wieder gemeinsamer Unterricht an fünf Tagen an den hessischen Grundschulen.

Im Fall der Marker Breite Schule in Korbach läuft es rund – Schulleiter Dirk Osthöver nimmt auch Positives mit aus den vergangenen Monaten. 170 Mädchen und Jungs gehen regulär zur Grundschule an der Marker Breite in Korbach und nur sechs sind es, die aktuell vom Unterricht abgemeldet wurden, sagt der Schulleiter. Er weiß: Die Schüler haben sich gefreut, dass sie endlich wieder alle zusammen in die Schule gehen dürfen, auch wenn alles anders ist als früher. 

An den Eingangstüren, auf allen Toiletten und in jedem Klassenzimmer gibt es Desinfektionsspender, alle paar Meter hängen Hinweisschilder, die an den Mund-Nase-Schutz und das Abstand halten erinnern und Treppen und der Schulhof sind mittels Flatterband aufgeteilt. Und jeden Morgen steht Osthöver am Eingang und schaut, ob die Kinder ihre Masken dabei haben und hilft aus, falls mal eine vergessen wurde. „Jede Klasse ist eine konstante Gruppe“, erklärt er. Das umfasst die Kinder ebenso wie die Klassenlehrer – die derzeit jedes Fach unterrichten müssen. Pause wird jahrgangsweise gemacht, zu unterschiedlichen Zeiten, erklärt er. Und damit sich auf dem Schulhof wirklich keine Klassen vermischen können, wurde er aufgeteilt. So hat jede Gruppe ihren eigenen Pausenbereich.

Kinder haben Regeln schnell verinnerlicht

Glück habe man, dass die Klassenräume groß seien, sagt Osthöver. Gesessen wird, auch wenn es derzeit nicht mehr gefordert werde, deshalb mit einigem Abstand. Und: In jedem Klassenzimmer gibt es ein Waschbecken. Sobald die Kinder den Raum betreten, führt sie der erste Gang dorthin, um gründlich die Hände zu waschen. „Da haben sich die Kinder schon dran gewöhnt und sie sind wirklich sehr diszipliniert.“ Insgesamt hätten sie schnell alle Regeln verinnerlicht. 

Und auch die Eltern hätten sich in den vergangenen Monaten toll verhalten, sagt der Schulleiter. Viele Kinder seien in der Zeit Zuhause „top gefördert“ worden, nur bei manchen hätte das nicht so gut geklappt: Den einen fehlte beispielsweise die nötige Sprachkenntnis, den anderen mangelte es an der Ausstattung Computer oder Internet .„Wo möglich, haben wir die Kinder digital versorgt. Wo das nicht ging, haben die Lehrer Lernpakete an die Haustür gehängt und dort auch nach dem Bearbeiten wieder abgeholt“, erläutert Osthöver.

Viele Ideen an Schule in Korbach entstanden

 Viele neue Ideen seien in den vergangenen Monaten an der Schule entstanden und einiges werde auch künftig einfließen, beispielsweise digitale Aspekte. Weiterhin erprobt werden sollen neue Formen der Kommunikation über Online-Plattformen, über die beispielsweise sogar Krankmeldungen eingereicht werden könnten.Gemerkt hätte man aber auch: Ausschließlich digitaler Unterricht, das funktioniere nicht. Die persönlichen Kontakte in der Klasse könnten nicht ersetzt werden durch Videokonferenzen & Co. Und: Für dieMädchen und Jungen sei es wichtig, wieder ein Stück Normalität zu haben. Schulleitung und Lehrer würden aktuell durchaus Druck verspüren. 

Man mache sich Sorgen, ob man tatsächlich alles richtig mache, sagt Osthöver. „Alle freuen sich jetzt schon auf die Ferien, denn diese Zeit ist für alle belastend.“ Doch der Leiter der Schule an der Marker Breite sieht längst nicht alles negativ. Viele kreative Ideen von Lehrern, Eltern und Schülern habe es gegeben und viel Unterstützung und Engagement, das nachwirken wird.

Von Julia Janzen

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