Jubiläumsfest mit Ehrungen in der Stadthalle

Korbacher Herz- und Gesundheitssportvereins besteht seit 50 Jahren

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Nach den Ehrungen beim Korbacher Herz- und Gesundheitssportverein. Hinten von links: Kassierer Hans-Dieter Behle, Tanja Werkmeister, der Vorsitzende Wolfgang Erich Vetter und Sportkreis-Chef Uwe Steuber. Vorn: die Geehrten Christian Vogel, Ruth Gleisberg, Elvira Schäfer und Fritz Göbel sowie Willi und Ingrid Bangert.

Korbach - Sein 50-jähriges Bestehen feierte die Korbacher Herz- und Gesundheitssportverein am Freitag Nachmittag in der Stadthalle. 

Am Anfang ging es darum, Kriegsversehrte mit gezielten Sportangeboten fit zu halten. Heute sind es vor allem Herzkranke, die unter der Aufsicht von Ärzten und geschulten Übungsleitern trainieren und die Gemeinschaft untereinander pflegen.

50 Jahre sei eine „lange Zeit für einen Verein mit unserer Struktur“, sagte der Vorsitzende Wolfgang Erich Vetter, der auch durchs Programm führte. So ein Jubiläum sei „sehr selten“. Er würdigte den Einsatz der Übungsleiter. Korbach habe zudem den Vorteil, dass genügend Ärzte zur Betreuung zur Verfügung stünden: Sie sind bei jeder Sportstunde dabei. 

„Wir sind eine rührige Gemeinschaft“

„Wir sind eine rührige Gemeinschaft“, sagte Vetter, „Und wir haben viele engagierte Mitglieder.“ Als Beispiele nannte er Michael Mitsch und Horst Heer, der die Chronik führe und die Bilderausstellung im Foyer zusammengestellt hatte. Auch eine Festschrift lag vor. 

Der Verein sei heute einer der größten in Hessen, sagte das Ehrenmitglied Fritz Pistorius. „Wir brauchen immer neue Leute“, damit der Verein blühe und gedeihe. Er rief besonders die Frauen auf mitzumachen.

Blick in die Geschichte

Wolfgang Erich Vetter und Fritz Pistorius zeichneten die Vereinsgeschichte nach. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es viele Kriegsversehrte. Der Dekan Helmut Will hatte die Idee, in Korbach eine Sportgruppe für sie zu gründen. Er besprach sich im Somer 1969 mit dem Orthopäden Dr. Müller, dem Vorsitzenden des nordhessischen Versehrten-Sportverbandes, Fritz Thiele, und dem VdK-Kreisvorsitzenden Adolf Emde. 

Am 25. Oktober 1969 gründeten 29 Männer im Gasthaus „Krone“ den Verein. Er bot Sportmöglichkeiten vom Schwimmen über Bosseln, Fußballtennis und Gymnastik bis zum Kegeln und Wandern. Im Oktober 1984 gründete der Korbacher Arzt Dr. Sibo Siuts zudem eine Herzsportgruppe, sie habe sich „zur tragenden Säule des Vereins“ entwickelt, sagte Vetter. 

2007 kam es im etwa 100 Mitglieder starken Verein zum Streit, der gesamte Vorstand trat zurück. In der Krise berief das Amtsgericht einen Notvorstand um Fritz Pistorius. Mit Karl Heinz Dornseif sei es ihm gelungen, den Verein wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen, lobte Vetter. Nach zwei Monaten fand sich ein neuer Vorstand. 

2007 gründete Pistorius die die vereinsinterne Gruppe „Selbsthilfe nach der Herzoperation“, die Maria Mitsch seit 2010 leitet. Die Kriegsversehrten starben, und so habe die Jahreshauptversammlung 2014 die Umbenennung in Herz- und Gesundheitssportverein beschlossen, sagte Vetter.

 Heute gebe es vier Gruppen Herzsport, eine Riege Damengymnastik, Sport- und Freizeitkegler, drei Wassergymnastik-Gruppen und die Wandergruppe.

Sport und Spaß in familiärer Atmosphäre 

Das Korbacher Akkordeonorchester des DRK gestaltete das Jubiläumsfest Korbacher Herz- und Gesundheitssportvereins mit.

Ein Verein benötige ehrenamtlich tätige Idealisten, sagte die Korbacher Stadträtin Sabine Weinreich und benannte den Vorsitzenden Vetter. Dem Verein sei es über Jahrzehnte gelungen, Korbacher zum Sport zu animieren, die Mitglieder erlebten in familiärer Atmosphäre Spaß an der Bewegung und den Austausch mit anderen. Mit seinen vielseitigen Angeboten sei der Verein „ein wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens in Korbach“. 

Der Verein habe aber auch Strahlkraft über Korbach hinaus, Mitglieder kämen auch aus der Umgebung, bemerkte der Vorsitzende des Sportkreises Waldeck-Frankenberg, Uwe Steuber. Der Verein habe als „ältestes Fitness-Studio Korbachs“ angefangen, sagte er scherzhaft – aber es gebe einen Unterschied: „Bei Ihnen gehört die Gemeinschaft dazu“, betonte er. „Sport ist im Verein am schönsten“, Vereine seinen wichtig für die Gesellschaft. Angesichts der vielen Angebote für Herzsportler sei für ihn klar: „Der Verein wird die 75 Jahre gut erreichen.“ 

Mitglieder geehrt

Zwei besondere Auszeichnungen des Landessportbundes überreichte er an Willi und Ingrid Bangert: Sie organisieren seit Jahrzehnten die Wanderungen des Vereins. In den beiden vereine sich die „geballte Kompetenz“ der Wander-Abteilung, sagte Steuber. Bei der Vorbereitung der Touren seien sie „unschlagbar“. Für ihre „mehrjährige ehrenamtliche Mitarbeit“ erhielten sie Ehrenurkunden des Sportbundes. Vom Verein gab es Präsente. 

Für „besondere Verdienste“ übergab Mitarbeiterin Tanja Werkmeister dem Vorsitzenden Wolfgang Erich Vetter eine Ehrenurkunde des hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes in Fulda. 

Der Vorsitzende Vetter ehrte schließlich noch vier mehr als 90 Jahre alte Mitglieder mit Urkunden und Präsenten: die Korbacher Christian Vogel, Ruth Gleisberg, Elvira Schäfer und Fritz Göbel.

Miachael Humburg von der Herz- und Rehasportgruppe im TSV „Jahn“ Caldern verwies auf die gute Zusammenarbeit der nordhessischen Gruppen. Hildegard Schäfer verlas das Grußwort des Landrats Dr. Reinhard Kubat, Heinz Rüsel das des hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes. 

Musik und Twirling

Frauen der Twirling-Abteilung im TSV Korbach begeisterten die Gäste des Korbacher Herz- und Gesundheitssportvereins mit ihren Choreographien.

Das Korbacher Akkordeonorchester des DRK unter der Leitung von Sylvia Vetter gab zwischen den Reden Einblicke in sein breites Repertoire. 

Und bevor es zum gemütlichen Teil mit Buffet überging, begeisterten junge Frauen der Twirling-Abteilung im TSV Korbach die Gäste mit ihren Choreographien im abgedunkelten Saal. (-sg-)

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